Mit Death Sentence sollte der 70er Jahre Rachethriller eine Auferstehung erfahren - gelungen ist dies aber nicht!
Es fällt schwer diesen Film zu beurteilen, denn streckenweise ist er gut inszeniert und spannend, dann wieder schlecht ausgearbeitet, öde und unglaubwürdig. Leider überwiegen die negativen Aspekte.
Kevin Bacon wirkt irgendwie fehlbesetzt. Man nimmt ihm die Rolle des Famlienvaters kaum ab. Mit seiner Hackfresse bleibt er doch besser bei Fieslingrollen - auch wenn er hier ja schon noch zum Antihelden mutiert. Der Spagat zwischen den beiden Rollenanteilen ist ihm aber nicht gelungen. Der Rest des Casts ist bis auf John Goodman ziemlich unterste Schublade. Gerade die übertätowierten Gangstas sind eher lächerlich als ernsthaft.
Die Story ist simpel und wird von mir hier nicht noch einmal breitgetreten. Fakt ist: man hat eine solche Story schon dutzende Male besser umgesetzt gesehen. Death Sentence bleibt unterm Strich weit hinter Genrekollegen zurück. Insbesondere die aufgezwungene Moralbotschaft, dass der Rächer zu dem wird was er bekämpft und damit der eigentliche Verlierer ist, kommt für mich überhaupt nicht gut rüber. Es wirkt nicht nur schwach, aufgesetzt und pathetisch sondern irgendwie auch unpassend. Die Schlussworte des Oberbösewichts sind absolut lächerlich und setzten dem ganzen die Krone auf: "Sieh dich an, du siehst aus wie einer von uns." Bla bla....
Des Weiteren ist Death Sentence voll mit Logikfehlern und Merkwürdigkeiten. Die Beziehung zum Cop ist ganz komisch und sein Hilferuf an die Polizei als seine Familie bedroht wird ist total unglaubwürdig. In jedem anderem Film dieser Art würde er sagen: "Schatz, pack die Sachen, nimm den Sohnemann und fahr zu deiner Mutter. Stell keine Fragen! Tu es! Ich melde mich." Und dann würde die Hatz losgehen. Aber hier....? Seine Flucht aus dem Krankenhaus ist ebenfalls unlogisch und dass die Bullen ihn nicht finden ebenso. Erst zum Schluss kommen sie dann passend zu seinem Haus angefahren. Alles Schwachsinn! Es gibt noch viel mehr Ungereimtheiten, so zum Beispiel die Beziehung zwischen Vater und Sohn der Übeltäter. Hier passts von Vorne bis Hinten nicht. Oder der Sturz des rollenden Autos vom Parkdeck. Als ob das möglich wäre? Selbst in den USA gibt es nicht solche laschen Sicherheitsbedingungen. Da bricht ja anscheinend das Geländer weg, wenn man sich nur ranlehnt. Schwachsinn! Warum nicht mit ordentlich Gas da runterkrachen lassen, wo dann auch ein vernünftiges, realistisches Geländer nichts mehr bringt? Auch sehr stupide, die Szene mit dem unangeschnallt-mit-meinem-wagen-den-van-in-2-teile-zerlegen. Auch im Shootout sind Logikfehler bzw. Merkwürdigkeiten zu sehen: so wird mal ebend durch eine dicke Wand geballert. Was war das bitteschön? Dickes Pappmachee? Was macht da ne olle Pappwand? Arrrgghh
Positiv neben den teilweise sehr spannenden Abschnitten ist der Härtegrad. Wenn mal geschlitzt und geschossen wird, dann wirds auch recht blutig. Aber das macht noch keinen guten Film aus.
Fazit: Death Sentence hat mich doch ziemlich enttäuscht. Schwaches Schauspiel in recht schwacher Story. Teilweise doch sehr spannend, dann dominieren aber wieder Langeweile und merkwürdige Handlungen die die Freude am Gucken vergehen lassen. Als Zuschauer baut man weder große Sympathien für Kevin Bacons Charakter auf, noch gibt es eine große Emotionalität zu seiner Familie. Außerdem, was ich bei Weitem schlimmer fand: man bekommt keinen richtigen Hass auf die Assis des Films. Das alles plätscherte nur so vor sich hin. Ob die nun alle ihr Fett weg kriegen, war mir dann auch egal. Hinzu kommt dann noch eine absolut krude Beziehung zur Polizei, viele andere Merkwürdigkeiten und Logikfehler innerhalb der Handlung und eine beschissene Moralpredigt, ständig verkörpert durch den (weiblichen) Detective und zum Schluss noch einmal für alle ganz Blöden, durch den Oberbösewicht.
Death Sentence versagt kläglich vor seinen Vorbildern. Schlecht ausgearbeitet und dann noch diese Moralscheiße!
Tip von mir: Lieber Die Fremde in Dir anschauen. Ist zwar ruhiger, aber wensentlich realistischer, Jodie Foster wirkt sehr glaubwürdig und der Ausgang der Story gefällt auch mehr. Dabei hat der Film auch mehr Anspruch - obwohl hier nicht so auf (falsche) Moral gemacht wird wie bei DS.
5,5 von 10