Death Sentence
Wer eine glückliche Familie hat, lebt länger ... statistisch gesehen.
Death Sentence - Todesurteil (2007): Nick Hume (Kevin Bacon) kennt das Risiko, denn es ist sein Job: Er ist Angestellter in einer Firma für Risikokalkulationen. Daher weiß er auch, dass es statistisch gesehen, einem Menschen besser geht, wenn er eine intakte Familie hat. Und die hat Nick - bis er das Risiko eingeht und mit seinem Sohn an einer Tankstelle hält ...
Inhalt: Nick Hume (Kevin Bacon) hat ein gutes Leben: Er hat einen angenehmen Job, ein kleines Heim, eine harmonische Ehe und die üblichen kleinen Sorgen mit den beiden Söhnen. Man kann sagen, Nick ist ein glücklicher Mensch. Doch eines Abends wird er aus dieser Welt gerissen: Nachdem der stolze Vater den Eishockeysieg seines Sohnes Brendan (Stuart Lafferty) live miterlebt hat, ist er mit ihm auf dem Weg nach Hause. Im Auto diskutieren die Beiden über die Profisportlerzukunft. Doch alle Zukunftspläne enden für ihn an der nächsten Tankstelle. Während Nick noch tankt, stürmt eine Gang die Tankstelle. Ihr Ziel: Nicht etwa Raub, sondern Mord. Das neue Gang-Mitglied Joey (Matt O´Leary) soll seinen Einstand besiegeln und schlitzt die Kehle des angehenden Profi-Eishockeyspielers auf. Kurz bevor Joey flüchten kann, reißt ihm der herbeieilende Vater die Skimaske vom Gesicht.
Einen Tag später identifiziert Nick den Mörder seines Sohnes bei der Polizei – doch alles läuft auf einen Vergleich im Prozess raus. Nur die Aussage des Vaters belastet den mutmaßlichen Mörder – das reicht nicht um Joey lebenslänglich ins Gefängnis zu bringen. Und vor allem reicht es Nick nicht – er zieht seine Aussage zurück und Joey ist auf freiem Fuß. Noch am selben Abend wird der Mörder zum Opfer und der Vater zum Mörder. Neben Gewissensbissen plagt Nick ab dem Zeitpunkt vor Allem eins: Joey war auch Sohn von Jemanden. Und dieser Jemand war der Bruder des Gangleaders Billy (Garret Hedlund). Auch er möchte Rache und von da ab heißt es: Auge um Auge, Familienmitglied um Familienmitglied ...
Review: Rache und Selbstjustiz, der Wunsch nach Gerechtigkeit und Vergeltung treiben den wirklich überzeugenden Kevin Bacon durch diesen Film. Allerdings reicht es nicht um einen fesselnden Film zu erzeugen. Etwas nebensächlich, aber dennoch ärgerlich, ist einfach die immer wieder im Film auftauchende Polizei, die weder ein moralisches Problem mit dem rachenehmenden Vater hat, noch ein juristisches – obwohl, das ist auch nicht wichtig, denn der Freund und Helfer taucht auch nie in logischen Momenten auf (Kevin Bacon flüchtet aus dem Krankenhaus und geht zu sich nach Hause, ein Ort den die Polizei erst nach dem Finale nach ihm absucht ...).
Die Schwierigkeiten der Geschichte manifestieren sich besonders im Thema und in der Figur des leidenden Vaters. Wenn er auch den Entschluss schon gefällt hat, den Mörder seines Sohnes selbst zu richten – so erscheint dieser Mord zwar vorbereitet, aber gleichzeitig etwas ungeplant und auch für den Vater überraschend. Ein Vater wird nicht einfach zum Mörder, das zeigt sich hier deutlich und gut im Film.
Überraschend ist hingegen: Nur wenige Filmminuten später, besitzt der leitende Angestellte alle Fähigkeiten eines Actionhelden – keine Skrupel mehr. Rennen durch Kugelhagel, Schlägereien mit knallharten Gangmitgliedern - diese Dinge sehen bei ihm nach Alltagroutinen aus.
Leider ergibt es einfach keinen „runden“ Film. Auch wenn Kevin Bacon überzeugend spielt, so ist seine Figur nicht überzeugend. Trotzdem ein unterhaltsamer, durchschnittlicher Film:
6 von 10 Punkten