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Die alte Geschichte in altem aber neumodisch brutalem Gewand: Ein liebenswerter Familienvater, der nie etwas Böses im Sinn hatte, gerät durch unglückliche Umstände ins Visier einer brutalen Straßengang, die kurzerhand seinen Sohn ermordet. Zur Trauerverarbeitung macht er sich daran, blutige Rache zu üben, da die Täter wie üblich vor Gericht davonkommen würden.

Schnell schraubt sich die Spirale der Gewalt in immer höhere Sphären, bis nicht nur vom Aussehen her zwischen Gut und Böse kaum noch unterschieden werden kann. In dieser Hinsicht bietet der Film einige sehr interessante moralphilosophische Ansätze. Leider bleibt es auch bei diesen Ansätzen, denn tiefgreifendere Gedankenspiele werden schnell zugunsten heftiger Gewalt- und Actionszenen aufgegeben. Selbst der wie so oft toll aufspielende Kevin Bacon vermag seiner Figur nichts an Tiefe zu verleihen, was man hauptsächlich Drehbuch und Regie ankreiden muss. Viel zu schnell werden wichtige Passagen der Trauer und des Schocks übersprungen bleibt den Figuren kein Handlungsspielraum, um den Weg zu definieren hin zu ihren unvorstellbaren Taten. Insgesamt bleibt somit nicht mehr als ein dreckig zynischer, sadistischer Selbstjustiz-Streifen, wie man ihn schon dutzendfach besser, aber auch schlechter gesehen hat.

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