Death Sentence basiert wie auch der Klassiker Death Wish auf einem Roman von Brian Garfield, es geht hier vorderranging um das Thema Selbstjustiz bzw. darum, wie schnell aus einem normalen Durchschnittsbürger ein eiskalter Rächer werden kann. Death Sentence macht ín der Umsetzung vieles Richtig aber auch einiges Falsch, dazu aber später noch mehr.
Nick Hume (Kevin Bacon) ist der typische amerikanische Durchschnittsbürger. Er hat einen angesehenen Job, zwei gesunde Kinder und eine attraktive Ehefrau. Diese Idylle zerbricht, als er mit seinem ältesten Sohn Brendan (Stuat Lafferty) in einen Tankstellenüberfall gerät. Nick muss mit ansehen, wie Brendan von einem Gangmitglied ermordet wird. Da Nick der einzige lebende Zeuge der Bluttat ist, befürchtet die Staatsanwaltschaft, dass eine Verurteilung zu lebenslänglicher Haft unwahrscheinlich ist und geht von einem Strafmaß von ca. 3 Jahren aus. Nick zieht daraufhin seine Aussage zurück und versucht selbst für Gerechtigkeit zu Sorgen. Er sucht eigenmächtig den Verbrecher auf und sticht im Handgemenge versehentlich den Killer mehr oder weniger unglücklich ab. Die restliche Gang, allen voran der Anführer Billy Darley (Garrett Hedlund), der der ältere Bruder des Verstorbenen ist, bekommen schnell heraus, dass Nick der Täter war. Es beginnt ein gnadenloser Privatkrieg zwischen den Gangstern und der Familie Hume, in der es keine Gewinner gibt...
Death Sentence schafft es, das Thema Selbstjustiz spannend und ausdrucksstark darzustellen. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei u.a. auf Nicks Wandel vom liebenden Familienvater zum Rächer. Bacon spielt seine Rolle stark. Der Zuschauer kann richtig mit Nick mitfühlen, wie er nach und nach alles verliert, was ihm lieb ist und das durch die Selbstjustiz im Endeffekt nichts besser wird. Er zeigt, zu was ein Mann getrieben werden kann, wenn es die Umstände verlangen. Die Actionsequenzen sind hart, realistisch und schonungslos umgesetzt. Nick wird nicht einfach zum unbesiegbaren Superhelden, nein er wird selbst in den Kämpfen mit den Gangstern schwer verletzt, was das Ganze durchaus realistisch wirken lässt.Sein Gegenspieler, Gangboss Billy Darley hat mir persönlich hingegen nicht so gut gefallen. Er spielt seine Rolle durchschnittlich, hier hätte ich eine bessere und vor allem ausdrucksstärkere Performance erwartet. Der zweite Kritikpunkt den ich habe ist handlungsbezogen. Ich kann es nämlich nicht nachvollziehen, warum die Polizei, obwohl Nick die Selbstjustiz mehr oder weniger indirekt zugibt, nicht handelt und ihn einsperrt. Das hat Bronsons Death Wish besser gemacht, hier hat die Polizei wenigstens versucht, die Selbstjustiz zu verhindern bzw. zu bestrafen.
Trotz dieser Schwächen bleibt letzten Endes ein überdurchschnittlicher unterhaltsamer Rache Actioner mit einem stark aufspielenden Kevin Bacon, ich vergebe 8 von 10 möglichen Punkten.