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Nick Hume hat alles: Geld, eine tolle Frau, zwei Söhne. Doch als er mit seinem Ältesten von einem Eishockeyspiel nach Hause fährt, geraten beide in einen Initiationsritus einer Gang, bei dem Humes Sohn ermordet wird.

Da die Justiz aufgrund mangelnder Beweise versagt, will Hume selbst Rache üben - wodurch er in einen erbarmungslosen Kampf mit der Gang gerät.

Selbstjustizthriller triggern bei vielen einen ganz bestimmten Punkt: man erlebt durch die Rache des Protagonisten für nicht geahndetes Unrecht quasi eine Katharsis für selbst empfundenes Unrecht, das ungesühnt bleibt. Deswegen, obwohl viele Menschen Selbstjustiz in der realen Welt als falsch empfinden, verschaffen sie uns durchaus ein gutes Gefühl.

James Wan schafft es mit Death Sentence etwas vom Standard abzuweichen und ein düsteres, auch realistischeres, Bild zu zeichnen: der Rachefeldzug kostet Hume mehr, als er am Anfang verloren hat, inklusive seines eigenen Ichs. Am Ende ist er kein Racheengel, sondern ein Spiegelbild der Elemente, die er bekämpft. Das verkörpert Kevin Bacon wirklich hervorragend.

Aber es wäre kein James Wan Film, wenn das Ganze, neben einer emotionalen Basis (inklusive dem damit einhergehenden Drama) und einer etwas differenzierteren Herangehensweise, nicht auch irgendwo sehr unterhaltsam geraten wäre. 

Es gibt einiges an Action, John Goodman als zwielichtiger Waffenhändler ist eine Freude und gerade im Rahmen der Eskalation der Gewalt steigert Wan auch wie grafisch diese von sich geht: blutige Einschüsse, abgeschossene Körperteile - Fans harter Kost kommen auf ihre Kosten.

Insbesondere der Dir. Cut bietet zudem eine noch konsequentere Variante des Endes - nicht, dass das der Kinofassung Friede, Freude, Eierkuchen ist.

Kurzum:

Klasse Selbstjustizthriller, spannend, brutal und etwas vielschichtiger als die Standardware. Dazu ein tolle Leistung von Kevin Bacon - was will man mehr?

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