Jetzt isses soweit: Tiffany Shepis geht ins Kloster.
Aber keine Bange, dem Titel gemäß geht es hier nicht allzu züchtig zu, schließlich haben wir hier einen Horrorfilm mit einer Scream-Queen, die für gewisse Freizügigkeit bekannt ist.
Allerdings auch einen Beitrag von Ivan Zuccon, der mit seinen Vorgängern „Shunned House“ und „Bad Brains“ ziemlich daneben lag.
Viel besser ist dieser hier auch nicht, denn bevor man die ersten Zusammenhänge begreift, ist das Interesse aufgrund einer konfus distanzierten Erzählweise bereits gewichen.
Die junge Sarah (Shepis) geht, mit Empfehlungsschreiben des Bischofs, in ein italienisches Kloster, um ein neues Leben zu beginnen.
Doch im Zuge eines Martyriums durch die anwesenden Nonnen erhält sie schreckliche Visionen einer Person aus der Vergangenheit.
Häppchenweise werden einem hier Szenen vorgesetzt, die lange Zeit keinen Sinn ergeben.
Ob Sarah von den Nonnen wirklich malträtiert wird, oder der alte Geremia, den sie in ihren Visionen wahrnimmt, aus dem Jetzt oder der Vergangenheit stammt, ist erstmal unklar.
Man freut sich zwar insgeheim, dass Shepis bereits nach sechs Minuten völlig nackt dasteht, aber das entschädigt nicht für die nachfolgende Verwirrung.
Da sieht man, wie sich Geremia im Garten mit einem Nachbarn streitet, wie eine junge Frau ein Baby gebärt und Geremia sich kümmert, wie „Nympha“ in Mehl geschrieben wird und dass jemand hinter einer weißen Holztür eingesperrt und nicht mehr freigelassen wird.
Erst langsam lässt sich erahnen, in welcher Verbindung der Alte zu Nympha/Ninfa steht, die man später noch als erwachsene Frau mit Freund sieht, wo letztlich alles aufgeklärt wird.
Im anderen, wesentlich knapper ausfallenden Handlungsstrang sieht man Sarah, wie sie entweder völlig neben der Spur in ihrem Zimmer herumgeistert oder mal wieder, von den Nonnen auf einem Bett gefesselt, von einem Suffarzt „behandelt“ wird.
Später vermischen sich beide Handlungsebenen, etwa, als sich Sarah mit der titelgebenden Frau nackt im Bett räkelt, was für die Story ebenso wenig Sinn ergibt wie die Szene, in der der Arzt eine Nonne dönert.
So erscheint die Auflösung am Ende zwar in sich schlüssig, doch der Zugang zu den Figuren bleibt einem verwehrt, - zu konfus und unausgegoren wird die verschachtelte Wahrheit entwirrt und zu lange muss man einem öden Treiben beiwohnen, bei dem einen die Protagonisten nahezu egal sind.
Trotz der ganzen Verwirrung schafft Zuccon es zumindest, eine halbwegs ansprechende, leicht klaustrophobische Stimmung zu erzeugen, die durch den routinierten Score von Richard Band gefördert wird. Die Kulissen fallen angemessen spärlich aus und werden in blasse, meist dunkle Töne getaucht, was die Kamera mit ordentlicher Führung festhält.
Auch Shepis kann sich gegenüber sämtlichen Nebendarstellern in positives Licht rücken, ihre Performance ist durchweg in Ordnung.
Doch im Gesamtbild bewirkt das nur eine geringfügige Verbesserung.
Da steht im Kern zwar eine brauchbare Hintergrundgeschichte, doch die Umsetzung fällt leider langweilig und vor allem verwirrend aus.
3,5 von 10