Review

Mit einem Film aufs Nachhaltigste die Karriere versaut,das gelingt den Wenigsten.Karl-Heinz Böhm hat es mit "Augen der Angst" geschafft und das mit einer Topleistung als Schauspieler.Er mimt den psychopathischen Kameramann Mark Lewis absolut überzeugend,wohl zu überzeugend für den damaligen Kinogeschmack.Der Film verursachte einen handfesten Skandal.Heutzutage weiß man allerdings ,der Film war seiner Zeit voraus.Und zwar sowohl inhaltlich,die Morde werden aus der Sicht des Täters gezeigt,als auch filmtechnisch,die Schnitte und Szenenfolgen sind unglaublich modern.Dazu wird der Mörder nicht nur als Täter,sondern auch als Opfer gezeigt.Dieser psychologische Ansatz eines Erklärungsversuchs war innovativ und schlug der vorherrschenden Kopf-ab Mentalität regelrecht ins Gesicht. "Augen der Angst" ist dabei kein Splatterfilm ,die Gewaltszenen werden nur angedeutet,im letzten Moment schwenkt die Kamera ab.Eher angesprochen wird der Voyeur in uns allen ,dem wird der Spiegel vorgehalten.Dabei ist "Augen der Angst "auch in gewisser Weise selbstreflexiv .Die Morde werden auf Zelluloid gebannt .Vor dem Objektiv ist noch ein Spiegel,der den Opfern ihre eigene Angst zeigt.Trotz all dieser Schrecken bewahrt Regisseur Michael Powell in etlichen Szenen auch seinen Sinn für Humor ,auch er selbst bekommt sein Fett weg
.Kleine Anmerkung noch am Rande,Regisseur Powell ist in den Rückblenden als teuflischer Vater zu sehen und sein Sohn spielt Mark Lewis als Kind.
Ein Klassiker zum Wiederentdecken 8 von 10 Punkten.

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