John Flynn präsentiert uns hier einen kleinen aber recht guten
Psycho-Horror-Film mit einer spannenden Geschichte und guten
Darstellern. Geübte Cineasten sehen Twists und Story zwar stets voraus
aber inszenatorisch gibt es nichts zu meckern. Der Streifen wurde
solide runtergekurbelt. Dadurch gibt es weder Schwächen noch Höhen. Der
Trickster liefert eine gezähmte Freddy Krüger Vorstellung ab und die
technischen Gimmicks in Micheals Zimmer, wie der interaktive
Telefonigor, wirken doch etwas zu sehr mit dem Zaunpfahl
herbeigewunken. Aber die paar Klischees, um die Aussenseiterrolle
Micheals und Kyles zu zeigen, kann man verzeihen. Positiv sei
angemerkt, dass trotz des "Cyberspace"-Themas bis auf wenige Ausnahmen
auf unrealistische und damit unfreiwillig komische
"Rasenmähermann"-Effekte verzichtet wurde. Jeder, der Horrorfilme
liebt, sieht in Micheal (Edward Furlong) wenigstens ein bisschen sich
selbst und so funktioniert der Film auch.
Neben dem metal-lastigen Soundtrack besticht "Brainscan" auch durch
einen düsteren eingängigen Score, der fast durchweg zu hören ist. Ein
paar eingestreute Gore-Effekte gibt es auch zu bewundern, wobei das
Haupaugenmerk jedoch auf den Spannungsmomenten liegt. Ein bisschen
durchsichtig und vorhersehbar ist der Film schon, aber um einen
ansonsten langweiligen Abend etwas unterhaltsamer zu gestalten, reicht
der Film allemal. Durchschnitt eben.
Dass der Hintergrund der Story so brisant wirkt, liegt ganz allein am
aktuellen Bezug, in dessen Richtung der Horrorfilm unbewusst und
präkognitiv weist. Durch Littleton, Erfurt und die damit verbundenen
katrastophalen politischen Fingerzeige Richtung
Gewaltspiele/-Musik/-Filme bekommt "Brainscan" einen wirklich bitteren
Nachgeschmack, zumal nie direkt Stellung bezogen wird.