Versuche eine neue Horrorikone aus dem Boden zu stampfen gibt und gab es immer mal wieder. Auch John Flynns Werk „Brainscan“ aus dem Jahre 1994 kann nicht vollkommen verleugnen, dass hier ein ähnlicher Versuch gestartet wurde. Nur musste schnell festgestellt werden, dass Freddy, Jason und Chucky doch noch ein Wörtchen mitzureden hatten.
Der junge Michael ist ein Außenseiter. Seine Freizeit verbringt er mit Horrorfilmen, Rockmusik und Videospielen. Als er auf das neue Spiel Brainscan stößt, in welchem man interaktiv Morde begehen kann, ist er zunächst fasziniert. Doch als er feststellen muss, dass die Morde in der Realität Bestand haben, bekommt Michael es mit der Angst zu tun. Ein Aussteigen ist aber nicht möglich, denn der Trickster, der ausgeflippte Moderator des Spiels, zwingt ihn weiterzuspielen.
„Brainscan“ ist ein eher unbekannter Vertreter des Horrorfilms, welcher trotz deutlichen Anleihen bei „A Nightmare on Elm Street“ und Edward Furlong in der Hauptrolle nie so richtig durchstarten konnte. Dabei ist der Film wirklich gut geworden. In recht ruhigen Bildern wird Michaels Geschichte schlüssig erzählt. Die Musik, eine Mischung aus dem bereits oben erwähnten „Nightmare“ Thema und dem der TV-Kultserie „Twin Peaks“ sorgt für eine düstere Atmosphäre und bietet guten Ohrwurmcharakter. An passenden Stellen dürfen dann auch mal die Boxen dröhnen, wobei auf den für damalige Produktionen typischen Heavy Metal gesetzt wurde.
Die Produktion ist von daher schon amtlich, auch die zahlreichen Computerspielereien sind durchaus akzeptabel umgesetzt worden (für die damalige Zeit versteht sich). Lediglich die Figur des Trickster scheint zu sehr auf Nummer sicher konstruiert worden zu sein. Mit seinen ständigen Onelinern und der Macht zu manipulieren, liegt der Vergleich zu Traumkiller Freddy allgegenwärtig auf der Hand. Dennoch macht der 90 Minuten Trip ordentlich Laune.
Gorefreaks sei gesagt, dass sich die Effekte spärlich zeigen, und lediglich der erste Mord in die vollen schlägt. Ansonsten geschieht viel im off, was aber eindeutig besser in das Filmkonzept passt. Die Auflösung hat dann auch noch einen kleinen Twist parat, der es in sich hat. So bleibt ein angenehmer Zeitvertreib mit schöner Atmosphäre und guten Schauspielern, ein Teenhorrorfilm mit Stil.
Fazit: „Brainscan“ bietet für den Horrorfan gute Unterhaltung und variiert gekonnt bekannte Themen. Trotz des nicht zu übersehenden Versuches hier eine neue Ikone zu generieren, kann der Film auch als Einzelwerk für sich stehen.