Review

Inhalt:

Korea in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Li An (Park Jong-Kuk) ist ein hervorragender KungFu-Kämpfer..., und aus dem von den Japanern zu jener Zeit besetzten Nordosten China´s musste dieser Kämpfer, nachdem er sich den Besatzern widersetzte, fliehen.

Nach Korea..., doch Korea gehört schon lange zum Imperium des japanischen Kaisers. Li An will hier die Sake-Brauerei seines Onkels (Wu Jia-Xiang) aufsuchen, die dieser nebst seiner Tochter (Maria Yi Yi) leitet.
Auf seinem Weg zum Onkel wird Li An in einen Streit auf einem Ringer-Contest und somit in einen ersten Kampf gegen die Japaner verwickelt. 
Er steht dem jungen Chi Ta-Cheng (Tony Leung Siu-Hung) bei..., und gewinnt bei diesem Contest eine Kuh!
Li An gerät somit in den Focus der japanischen Geheimpolizei  -um deren Oberhaupt Kurata (Lee Ye-Min) und dessem skrupellosem Schergen (Tong Yuen-Hon)- der dieser Vorfall alsbald gemeldet wird!

Zusammen mit Chi und Rind-Vieh macht sich Li An auf seinen weiteren Weg, und erreicht die chinesische Sake-Brauerei.
Diese Sake-Brauerei ist eine der Keim-Zellen des Widerstands gegen die japanischen Besatzer Korea´s.
Und Li An stehen hier starke KungFu-Fighter (u.a. Ko Keung, Yang Wei) zur Seite! 
Li An..., er verfolgt eine Art Guerilla-Taktik..., indem er immer wieder 2 oder 3 Japaner in Kämpfe verwickelt und tötet!

Als der Druck der Besatzungsbehörden auf den Onkel Li An´s sowie der Terror der japanischen Geheimpolizei immer mehr zunimmt, und Li An´s Cousine in die Hände von Kurata fällt..., ist das Maß für Li An voll!

Es muss zum endgültigen Show-Down kommen...!
Kurata und dessen Schergen stehen mit dem Meister (Liu Yung aka Lau Wing) der hiesigen Karate-Schule und dessem Handlanger (Sammo Hung) 2 äußerst gefährliche Kämpfer zur Seite!
Es kommt nunmehr zum blutigen Kampf auf Leben oder Tod......


Fazit:

Im Jahre 1976 drehte Regisseur Peng Chang-Kuei für das Studio Golden Harvest des Erfolgsproduzenten Raymond Chow diesen für das Studio typischen, knallharten KungFu-Actioner! 
Und es entstand ein kerniger, visuell ansprechender Eastern, mit klaren, frischen Bildern..., vielen Außenaufnahmen in teils pittoresker koreanischer Landschaft, einer stringent verfolgten Storyline..., und vielen harten KungFu-Fights in einem derb-rauen aber reellen Stil, ohne das feine Techniken zu kurz kamen.

Ein Mann muss fliehen..., aus dem Nordosten China´s, welcher von den japanischen Faschisten okkupiert wurde..., ein Chinese, der seinen Onkel in Korea erreichen will. Doch auch Korea steht unter dem japanischen Joch!
Und so geht denn der Kampf weiter..., eine Gruppe von Männern, die den Unterdrückern die Stirn bietet. Doch ist dieser Mann letztendlich der einsame harte Kämpfer gegen etliche Villains und deren Handlangern.
Das alles erzählt Peng Chang-Kuei flüssig spannend..., er treibt die Handlung voran, auch wenn mitunter einige wenige melancholische Szenen mit Maria Yi Yi eingeflochten sind. 

Schöne, klare Bilder..., visuell ist dies diesmal für einen Film von Golden Harvest, die ja zumeist in einfachen Kulissen ihre Streifen abdrehten..., sehr atmosphärisch gemacht. 
Die Landschaften in Korea..., einsame Bahngleise durch eine weite Ödnis..., Reisfelder, Felsen, der Endfight in einem Feld mit hohem Gras, alles unter einem strahlend blauen Himmel.
Peng Chang-Kuei´s Eastern ist ein visuell sehr reizvoll gemachter Streifen dieses Genres. 
Die bildatmosphärische Gestaltung übernahm hier der erfahrene Tadashi Nishimoto..., und diesem gelangen hier doch einige schöne Bildkompositionen.
Die Kostüme tragen ihr übriges dazu bei..., vor allem die Japaner sind hier authentisch und detailliert (abgebundener großer Zeh) getroffen.

In all dem ein für Eastern-Kenner nicht all zu bekannter Cast..., und harte KungFu-Fights.
Held der Geschichte ist Park Jong-Kuk, er spielt die Hauptrolle, ist der letztendlich einsame harte Kämpfer, als es im Show-Down drauf ankommt!
Er spielt das verbissen..., ist kein strahlender Held. Und er fightet hart und agil.

Ko Keung und Yang Wei sind als Kämpfer nicht zu verachten, sie stehen dem Helden bei.
Maria Yi Yi ist die zarte Frau, die dem Villain in die Hände fällt, somit eine weitere Motivation für die chinesischen Kämpfer darstellt. Sie spielt das melancholisch-weinerlich..., sie kann keiner Fliege was zu Leide tun.

Lee Ye-Min ist das Oberhaupt der japanischen Geheimpolizei, böse und notgeil..., und ein Bürokrat des Terrors.
Tong Yuen-Hon ist der Scherge mit weißblondem Streifen im Haar. Er ist vor allem in der Endphase des Show-Downs im hohen Gras gefordert..., die Japaner sind hier natürlich wieder stilisiert schlecht in ihrem Wesen dargestellt (inklusive Schleimer mit Hitler-Bärtchen)..., so hat denn auch dieser GH-Eastern wieder diese typische, antijapanische Diktion etlicher Produktionen dieses Studios.

Auf Seiten der Japaner sind 2 bekannte Eastern-Gesichter Gast-Stars dieses Streifens: Liu Yung (aka Lau Wing)..., hier psychopathisch böse, mit Narbe direkt unterm Auge. Dieser Darsteller drehte fast alle Streifen Bruce Lee´s mit und danach mit allen Granden der Shaw Brothers.
Und als dessen Handlanger der Kampf-Choreograph in diesem Eastern: Sammo Hung. Vor allem in der ersten Phase des Endkampfs sind ihre Aktionen relevant! 
Und diese beiden bekannteren Gesichter für die Eastern-Fans würzen das ganze hinsichtlich des Cast!

Ein weiterer Gast-Star: Shaw-Pummelchen Lydia Shum ist hier als Sekretärin in der japanischen Besatzungsbehörde zu erblicken... und stirbt dann noch melodramatisch.

All das ist nur die Sahne auf dem Kuchen..., wichtigstes wie immer: Die KungFu-Action!
Viele Fights durchziehen den Streifen..., und typisch für Golden Harvest, das Studio Bruce Lee´s, sind diese Kämpfe in einem rau-reellen Stil gehalten..., knallhart und zum Ende hin blutig.

Park Jong-Kuk ist ein koreanischer Darsteller..., und so ist sein Stil dem TaekWonDo entlehnt..., also viele Tritt-Techniken..., das macht das ganze aber auch technisch und somit visuell anspruchsvoll.
Kampf-Choreograph Sammo Hung steht für Qualität..., und so ist die KungFu-Action hinsichtlich harscher Realistik und aber auch stilvoller Technik gut durchmischt..., Dynamik und Intensität stimmen und nehmen mit der Laufzeit des Streifens entsprechend zu, so soll das sein. 
Schön auch wieder diese altbekannte, typische, "klatschende" Geräuschkulisse Golden Havest´s.

Warum nur ist diese Produktion so unbekannt..., auch unter Eastern-Fans?
Die Geschichte um einen Flüchtling ist wunderbar erzählt, mit klaren Bildern in koreanischen Landschaften garniert und mit etlichen rau-reellen aber auch technisch feinen KungFu-Fights versehen.
So kann ich "Tiger of northland" jedem Eastern-Fan empfehlen, ein Geheim-Tip, der zwar auch auf gewohnte Standards setzt, aber durchaus auch nuanciert-besondere Bezüge erschließt.

8/10. 

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