Nachdem die Gleichstellung von homosexuellen Paaren in ehelichen Gemeinschaften auch in den puritanisch-konservativen USA vorangeschritten ist, folgt nun in den Zeiten der gesellschaftlichen Dynamik und Legitimation mit „Chuck und Lary" ein komödiantischer Beitrag zum Thema. Dabei muss konstatiert werden, dass auch hier leider nicht einige Klischees ausgespart wurden.
Der dauergeile Chuck (Adam Sandler) und der gemütliche Larry (Kevin James, bekannt aus der TV-Serie „King of Queens") sind Feuerwehrmänner und die dicksten Kumpel. Dumm nur, dass Larrys Kinder nach dem Tod von dessen Frau von der Versicherung nicht abgesichert sind, wenn Larry im Dienst etwas passieren sollte. Und da Chuck Larry noch einen Gefallen schuldet, gründen beide eine Partnerschaft, die sie dann ehelich zementieren, um bei den Spitzeln der Versicherung den Eindruck von Richtigkeit der Verbindung zu erwecken. Doch diese wird angezweifelt und schließlich kommt es zu einer Anhörung...
Bis dahin haben sich jedoch schon jegliche Wendungen ergeben, die man in einer Komödie dieser Art erwarten kann. Den beiden schlagen homophobe Wellen seitens der Kollegen und der Öffentlichkeit entgegen, dann kommt es zur Versöhnung und weitere Mitglieder der Feuerwehr outen sich - Ving Rhames, bekannt als Luther aus den „Mission: Impossible"-Filmen ist schlicht köstlich als schwarzer Hüne mit sanfter Ader beim Coming-Out -, Chuck verliebt sich in die attraktive Anwältin Alex (Jessica Biel), darf ihr das aber aufgrund der Aufrechterhaltung der Lüge nicht zeigen usw. Ja, Schwulenwitze werden bis auf ein paar Klischees um überdrehte, quietschbunte Gestalten in schrillen Outfits und extreme Notgeilheit ausgespart, doch dafür ist „Chuck und Larry" eine Breitseite gegen die fettleibige Bevölkerung. Adam Sandler als Chuck bringt dabei jeden erdenklichen Kommentar und gleich zu Beginn wird ein extrem adipöser, bettlägriger Mann, welcher eingeschlossen in seinem brennenden Zimmer von den Freunden gerettet wird, der Lächerlichkeit preisgegeben. Dieses ganze, zugegebenermaßen recht kurzweilige und vergnügliche, aber keineswegs originelle Gag-Spektakel erreicht seinen Höhepunkt in einem verlogenen Happy End, wobei zuvor Steve Buscemi („Ghost World", 2001) in einer Nebenrolle als schmieriger Versicherungsinspektor den skurrilsten Auftritt im Film hinlegen darf. Immerhin fungiert „Chuck und Larry" nebenbei als Plädoyer für mehr Toleranz und wagt sich doch relativ unverkrampft und leichtfüßig an die in den USA immer noch heikel behandelte Thematik heran - auch wenn der Film den Vergleich zu „Philadelphia" - eine Szene, als Chuck und Larry auf dem Weg ins Gericht Pro- und Contra-Demonstrationen erleben, erweckt diese Assoziation - natürlich zu keinem Zeitpunkt standhalten kann.
Fazit: Locker-leichte, aber auch sehr konventionelle Komödie über geschwindelten „alternativen Lebensstil". „Chuck und Larry" bietet einen Strauß an Gags, so dass der eine oder andere Rohrkrepierer dabei kaum ins Gewicht fällt. Wohl aber, dass der Film nicht sehr originell geraten ist und eine hollywoodesk-verlogene Pointe (normalerweise steht auf Betrug Haftstrafe) aufweist. Kurzweilig, aber nicht zur intensiveren Auseinandersetzung geeignet.