"Küssen sie den Bräutigam!"
Witwer Kevin James muss eine eheähnliche Gemeinschaft nachweisen können, damit seine Kinder von seiner Lebensversicherung profitieren können. Der Feuerwehrmann bittet also seinen besten Freund und Kollegen, Adam Sandler, auf dem Papier sein Partner zu werden. Doch der Ermittler der Versicherungsgesellschaft, Steve Buscemi, sitzt den beiden scheinbar Homosexuellen bereits im Nacken. Zu allem Überfluss verliebt sich Sandler auch noch in die Anwältin der beiden, gespielt von Jessica Biel. Auch der Chef der Feuerwache, Dan Aykroyd, scheint bereits Verdacht zu schöpfen.
Die Story ist simpel und stereotyp. Mittlerweile ist es beinahe Mode geworden, dass viele Komödien auf die Kosten bestimmter Randgruppen gehen. Der Film wirbt allerdings vor allem zum Ende hin für Toleranz, da er sich im Mittelteil aber einiger Klischees bedient, scheitert die Mission "Werbung für Tolleranz" letztenendes. Der Handlungsablauf ist größtenteils vorhersehbar und damit langweilig. Die Love-Story von Jessica Biel und Adam Sandler ist ebenfalls klischeehaft. Dass die Charakterkonstruktion oberflächlich ist und der Film alles in allem so gut wie gar keine Tiefe bieten kann, ergibt sich förmlich von selbst. Aber schon viele Top-Komödien basierten auf schwachen Storys.
"Hey Homo. Guckt dir mal die Möpse von der Schnecke an."
Der Film läuft relativ schnell an und entwickelt früh einen hohen Unterhaltungswert. Der Mittelteil ist zwar sehr flach, aber wenn man über die Schwächen im Drehbuch hinwegsieht, kann man sich wirklich gut unterhalten. Das Ende ist dann leider vollkommen übertrieben und beendet den Film auf die dämlichst mögliche Art.
Die Gags sind zum Großteil ordentlich, wobei man sagen muss, dass einige doch unter der Gürtellinie liegen. "Chuck und Larry" ist sehr offenherzig und erheiternt, ohne in den Gefühlskitsch abzurutschen. Wenn da nur nicht diese überzogenen, klischeehaften und altbekannten 0815-Schwulen-Witze und Fäkalgags wären.
Die Filmmusik ist sehr modern und passt sich den jeweiligen Stimmungslagen gut an. Der Schnitt ist schnell, sodass der Unterhaltungswert stetig aufrechterhalten werden kann. Die Kulissen, vor allem die der Schwulenclubs entsprechen dem Klischee.
Die Atmosphäre ist überaus erheiternd und amüsant. Regisseur Dennis Dugan inszeniert den Film alles in allem ordentlich.
"Die haben Deinen ganzen Körper entfernt. Jetzt bist Du nur noch ein Kopf."
Adam Sandler konnte in den letzten Jahren trotz seines komödiantischen Talents kaum glänzen, da seine Filme größtenteils nicht lustig waren. Für diesen Film wurde er nun für mehrere Himbeeren nominiert und von den Kritikern niedergemacht. Doch so schlecht ist seine Leistung wirklich nicht. Die Rolle des Playboys, der für seinen besten Freund seinen Lebensstil aufgibt, liegt ihm gut. Es ist zwar irgendwie seltsam, den oftmals ungeschickten und tollpatschigen Sandler in der Rolle des Frauenhelden zu sehen, doch er macht sich gut. Mit Kevin James stellte man ihm einen erfahrenen und überaus lustigen Darsteller zur Seite, die beiden hamonieren sehr gut und scheinen Spaß am spielen zu haben. Auch Jessica Biel zeigt sich von ihrer starken Seite und stellt unter Beweis, dass sie eigentlich besser ist, als sie es im schwachen "Next!" zuletzt zeigte. Steve Buscemi spielt die Rolle des gemeinen Anwalts hervorragend. In der Rolle des Unsympaten fühlt er sich wohl wie eh und je. Dan Aykroyd spielt mal wieder einen militärischen Paragraphenreiter und ist ebenfalls gut. Auch Ving Rhames und die übrigen Nebendarsteller sind solide.
Regisseur Dennis Dugan liefert nach "National Security" mal wieder eine Komödie voller Klischees ab, auch wenn er von der Hautfarbe zur Homosexualität wechselte. Aber bei einem solch amüsanten und ordentlich inszenierten Film kann man es ihm kaum verübeln.
"Wir gehen da lebend rein. Und kommen da genauso wieder heraus."
Fazit:
"Chuck und Larry" ist überaus amüsant und ist mit guten Darstellern gespickt. Da muss man einfach über die Drehbuchschwächen und die Klischees hinwegsehen können. Ich kann einerseits die Kritiker verstehen, die den Film in der Luft zerissen haben, andererseits gefällt er mir persönlich gut und man kann ihn auf jeden Fall weiterempfehlen. Ein guter Film für zwischendurch.