Die Leichtigkeit des Nichtseins
Die Melancholie der Engel, allwissend und doch allein,
träumt der weise Cassiel davon, ein Mensch zu sein.
Berlin von oben, Berlin von nah,
er war überall dabei, doch nirgends wirklich da.
Spätestens als er sich in eine schöne Trapezkünstlerin verguckt,
Überzeugung wird aus einer Idee, mit der er schon länger gluckt.
Bruno Ganz in einer seiner größten Rollen,
selten sah man einen mittelalten Mann derart glücklich und naiv durch die Welt tollen.
Wim Wenders ganz als Künstler, Mensch und vor allem Poet,
um sich dieses kleine filmische Wunder zu Herzen zu nehmen ist's niemals zu spät.
Mal schwarz-weiß, mal in Farben aufgehend,
doch egal wie, dieser Kamerarbeit kann man nur applaudieren stehend.
Von kindlicher Unschuld und Faszination,
diese Magie konnten einfangen weder Fortsetzung noch Klon.
Selten war ein Original seinem Hollywood-„Remake“ höher überlegen,
da kann Nic Cage noch so sehr alles geben.
Die Träume der Betrachter, die Flügel der Wünsche,
den Kinofreund, der den am Ende nicht gesehen hat, Dummheit lynche.
Sogar Columbo bzw. Peter Falk stattet einen Besuch ab,
wie immer ist er gelassen und dennoch auf Zack.
Der Himmel über Berlin war selten so reichhaltig und lyrisch,
ein Monument für unsere Hauptstadt und die Menschheit, gehört und gültig von Tokio bis Zürich.
Danach blicke ich nun aus der Bahn anders, frischer als zuvor,
als hätte man aus meinem Pool gefiltert all das überflüssige Chlor.
Ich weiß, du bist da irgendwo, Kumpel und Companero,
du blickst hinter den Vorgang und all die glänzende Show.
Mal zuhören, innehalten und berühren lassen,
umso älter und reifer man wird, desto besser kann man diesen gefallenen Engel verstehen und fassen.
Fazit: ein Monument für das Leben, die Liebe, die kleinen und großen Freuden auf unserer Welt. Poetisch und prachtvoll. Einer der feinsten deutschen Filme, die je gemacht wurden. Internationale Oberklasse und sowas wie filmisches Weltkulturerbe. Kostbar. Ein Schatz.