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1945: Preston Tucker ist Ingenieur und Erfinder und er liebt Autos. Sein Traum ist es, ein Auto der Zukunft zu bauen, das neue Maßstäbe in Sicherheitstechnik setzt und zugleich erschwinglich sein soll. Er will das perfekte Auto bauen. In einer Scheune beginnt er mit der Umsetzung seiner Vision, doch die drei größten Automobilkonzerne sehen sich von dem kleinen Tucker bedroht.


Der Film stellt eine grobe Biografie Tuckers dar, der tatsächlich 51 Exemplare seines Tucker '48 oder auch Tucker Torpedo bauen konnte, von denen noch 47 existieren sollen. Seine Innovationen umfassten solche heutzutage standardmäßig verbauten Sicherheitseinrichtungen wie Sicherheitsglas, Sicherheitsgurte, Scheibenbremsen oder auch Kurvenlicht. Man kann durchaus sagen, dass Tucker unsere Autos sicherer gemacht hat.

Dass sich die große, etablierte Automobilindustrie bedroht sah, besser ihre Gewinne bedroht sah, ist eine Schande, wäre aber letztlich zu erwarten gewesen, denn sie hätten investieren müssen, um mithalten zu können. Damals war Sicherheit offenbar kein großes Thema.


Coppola nimmt sich mit sichtbar großem Budget der Aufgabe an, den Werdegang des Tucker '48 filmisch umzusetzen, inklusive einer Menge Repliken des schnittigen, heckbetriebenen Fahrzeugs. Rein handwerklich gibt es da nichts zu beanstanden. Hey, es ist Coppola, der Mann weiß, was er tut.

Gleiches gilt für seinen großartigen Cast rund um den top besetzten Jeff Bridges, der regelrecht in seinem Element zu sein scheint. Die Figur des manchmal kurz ausrastenden, aber zumeist gut gelaunten und unerschütterlichen Tuckers ist wie für ihn gemacht. Unterstützt wird er von einer Menge bekannter Namen, unter anderem uncredited von seinem Vater Lloyd Bridges, und natürlich von dem tollen Martin Landau. Das Ensemble ist wirklich hervorragend.

Weniger prickelnd ist das Drehbuch, bei dem man schon ein paar Dinge schlucken muss. So ist Abe, die Figur von Martin Landau, erstmal ablehnend und recht arrogant, dann ist er ein paar Szenen später Feuer und Flame und arbeitet an dem Projekt mit und wieder ein paar Szenen später wird er von Tuckers Nachwuchs Onkel genannt und ist gefühlt sein bester Freund. Diese Entwicklung ist nicht wirklich nachvollziehbar. Ebensowenig ist es glaubwürdig, dass es trotz all der fiesen Fallen und Stolpersteine, mit denen Tucker zu kämpfen hatte, nicht zu einer einzigen Auseinandersetzung innerhalb der Familie gekommen sein soll. Da herrscht durchgehend eitel Sonnenschein.Lässt man das außer Acht, ist die Story vom nicht unterzukriegenden Träumer mit Vision zwar nice, aber wenig packend und auch während der finalen Gerichtsverhandlung wenig spannend inszeniert. Die ganze Geschichte plätschert mehr oder weniger so vor sich hin und mancher Stolperstein war für mich auch nicht ganz nachvollziehbar, was wohl an mangelnden Kenntnissen liegen könnte oder auch an der späten Stunde.


Unterm Strich bekommt man eine großartig gespielte Biografie eines spannenden Mannes, die aber nicht zu packen vermag und sich damit des öfteren auch deutlich zu lang anfühlt. Okay und leidlich unterhaltsam, aber Coppola kann es besser.

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