Ein Jahr bevor James Cameron das "unsinkbare" Schiff letztmalig versenkte, gab es diesen Fernseh-Zweiteiler aus den Staaten. Mit Catherine Zeta-Jones, George C.Scott und Tim Curry zweifelsohne sehenswert besetzt. Historisch versucht diese Variation sehr nahe an der Realität zu bleiben, wobei er auf dem Roman "Titanic - An illustrated History" basiert. Deswegen sind auch einige kleinere Fehler enthalten, die wohl bei der Entstehung des Buches noch unbekannt waren. Diese sind aber absolut zu verschmerzen.
Der Film beginnt noch vor der Abfahrt und führt einige der Charaktere ein. Bei 180 Minuten Spieldauer kann man sich das natürlich leisten, was aber dem Film in jedem Fall gut tut. Auch wenn einige Handlungsstränge wirklich an eine TV-Soap-Opera erinnern, kann man sich dadurch doch besser in sie hinein versetzen. Sehr schön ist ebenfalls das nach dem Untergang die Suche nach Verwandten bzw. Freunden auf der Carpathia, ein wenig Raum spendiert und auch die Ankunft in New York thematisiert wurde. Dies rundet nämlich das Gesamtbild sehr positiv ab. Nur die wirklich zweitklassigen Computeranimationen des Schiffes und auch die Überblendungen beim Untergang, lassen den Zuschauer eben das Budget eines Fernsehfilms spüren. Dagegen ist die Inneneinrichtung opulent dargestellt.
Positiv anmerken muss ich in jedem Fall das die Rolle der "Californian" etwas ausführlicher behandelt wurde. Auch wenn das Geschehen an Bord und ob sie wirklich nur 10 Meilen entfernt war, bis heute ungeklärt ist und wohl auch bleiben wird.
Dennoch ist dieser Handlungsstrang ungemein interessant, sofern man sich ein wenig mehr mit dem berühmtesten Unglück der Seefahrtsgeschichte beschäftigt.
Insgesamt ist der Film also definitiv zu empfehlen, falls man ein etwas größeres Interesse an der RMS Titanic besitzt. Wer schon der Verfilmung von James Cameron nichts abgewinnen konnte, wird hier allerdings auch nicht unbedingt besser fahren.