Totgeburt einer Ninjanation
So kann es Fans von 80er-Actionflicks gehen. In der einen Minute guckste noch die grandiose Abrissbirne „Avenging Force“ von Cannon und blickst wehmütig zurück. In der nächsten Minute läuft dir ein „Ninja Vengeance“ über die Leber, der jedweden Wunsch auf einen DeLorean im Keim erstickt. Selbst wenn er auf dem Papier erst von '93 ist - aber schon '88 produziert und erstmal unter Verschluss gesteckt wurde. Mh, warum nur... In dem schundhaften und gähnend langweiligen Amateurklopper folgen wir einem gelernten Kämpfer, der Zeuge eines rassistischen Mordes des KKK gegen einen schwarzen Jungen wird. Somit gilt es die rechtsradikalen Rednecks mit den weißen Kutten umzuhauen und ihrer gerechten Strafe zuzuführen… oder so ähnlich. Denn wirklich etwas erkennen kann man nur wenig in den vielen zu dunklen Wäldern und matschigen Gegenden…
Ninja vs. KKK
„Ninja Vengeance“ hat einen legendär-schlechten Ruf, doch mir sagte er ehrlich gesagt bevor ich auf Play gedrückt habe (leider) nichts. Die vielen Titel mit Revenge oder Vengeance kann man auch mal gerne verwechseln und falsch einschätzen. Mit „Ninja“ im Titel kriegste mich halt recht einfach. Ich sollte da wohl etwas vorsichtiger sein, denn diese 80 Minuten Lebenszeit bekomme ich definitiv nie mehr wieder… „Ninja Vengeance“ ist absoluter Karate-Bodensatz, Amateurschrott und selbst für Martial Arts-Allesgucker härtester Tobak. Auf dem Papier klingt das noch in Ordnung in seiner Mixtur aus „Rambo“, der „Ninja“-Welle und „A Time To Kill“. Doch in der Umsetzung und jeder Pore an Kreativität und Können hapert's hier gewaltig. Beleuchtet ist hier nichts ausreichend, weder Kicks noch Chicks, weder Sex noch Fights. Die Darsteller sind nichtmal bemüht und können auch sichtbar keine Kampfkunst. Die eingeschobenen Lebensweisheiten und Trainingsmotivationen sind einfach unpassend und lächerlich. Von den KKK-Badguys bleibt keiner hängen und unsere Kampfmaschine, unser Held, bleibt blasser, als es je jemand war, der es mit dem Klan aufgenommen hat. Die Action nimmt nie genug Fahrt auf, den Figuren kommen wir keinen Zentimeter näher, die Bildqualität und gesamte technische Machart hast du schon mit dem ersten iPhone professioneller hinbekommen. Alles ist braun, matschig und nichtssagend. Eine Anti-Leuchte vor dem Herrn. Und für mich leider auch zu keinem Moment „so bad it's good“. Es gibt definitiv Gründe, warum manche Werke in den ewigen VHS-Jagdgründen verschollen sind… Noch schlimmer hätte es im Endeffekt nur werden können, hätte sich dieser katastrophale Cashgrab am Ende noch auf die Seite des KKK gestellt.
Fazit: ist er das? Habe ich ihn endlich gefunden? Den schlechtesten Ninjaschinken aller Zeiten? Sieht ganz so aus. In jedem Fall wird „Ninja Vengeance“ sehr schwer zu unterbieten. Finger weg, trotz aller Neugier!