Man stelle sich folgende Szenerie vor:
Ein Auto im Wald, darin ein junges Paar um die 20, knutschend, sie ist obenrum entblößt, man ist bereit zum Bömbeln.
Plötzlich meint sie, Geräusche von außerhalb zu vernehmen:
„Tom! People get killed in the woods!“
“Since when?”
“All the time!”
Was fällt auf? Jau, Teenie Slasher mit einer der typischsten Szenen des Genres.
Und auch einer der bezeichnenden Dialogpassagen dieses Streifens, der sich aber auch durch rein gar nichts von der schnell vergessenen Masse abhebt.
Folgendes liegt vor: Ein Knilch, mit Freundin und Cam im Schlepptau, meint ein Nachkomme der Lagerfeuerlegende „Bloody Jack“ zu sein und verliest schwarzmagische Zeilen, um dessen Geist zu reanimieren. Das geschieht auch, der Beschwörer wird anschließend von einer Gestalt mit Axt bearbeitet. Gleiches geschieht auch kurz darauf mit einem Arsch voll Teens in und außerhalb einer Waldhütte.
Wie wenig ideenreich das Script konzipiert wurde, merkt man bereits daran, dass es innerhalb der ersten halben Stunde bereits drei Softsexszenen gibt, um die ohnehin kurze Laufzeit von 84 Minuten zu strecken. Selbstverständlich entsteht hierdurch weder ein erotisches Prickeln, noch sonst irgendein rünstiges Feeling, sondern ausschließlich Langeweile.
Richtig super entfaltet sich der Rest jedoch auch nicht. Die Charakterisierung sämtlicher Figuren ist mal wieder komplett fehlgeschlagen. Der Held zeichnet sich lediglich durch den Namen Nik und sonst nichts aus, zudem gibt es einen Außenseiter und mehrere Nymphen, sowie Nymphpartner.
Zwar schlägt der Killer, ein maskierter Holzfäller mit Axt, recht frühzeitig zu, doch das recht emotionslos. Da will einer Feuerholz holen, Axt holt aus, Blut, etwas Splatter, fertig.
Die ersten Opfer werden einfach so hingerafft, ganz ohne Spannungsaufbau, ohne Einleitung oder Konfrontation. Gleichgültig sind einem die Opfer ohnehin.
So ab letztem Drittel wird es dann etwas besser, da dringt der Lumberjack auch in die Hütte ein, während sich eine Trulli unter dem Bett versteckt.
Zwar merkwürdig, dass es in der Hütte recht dunkel ist, während ein Paar im Wald noch nicht einmal bei Dämmerung spazieren geht, aber endlich kommt ein wenig Bewegung in die Sache. Yep, auch der Ranger schneit noch herein, um die Spuren am Tatort für die Erscheinung eines Berglöwen zu halten, bis er anschließend eines Besseren belehrt wird.
Zuletzt hasten noch drei Übriggebliebene durch den Wald, wobei es auch hier merkwürdelt, dass eine Frau beim Laufen ihr zuvor blutverschmiertes Gesicht wieder sauber bekommt.
Richtig schön ist aber die vermeintliche Vernichtungsszene, die ich mir gleich dreimal ansehen musste, um mich vor Lachen wieder zu beruhigen. Ein Fall zum Thema Unwahrscheinlichkeiten.
Dass man dem Handlungsverlauf einige Goreeinlagen bescheinigen kann, empfinden Genrefreunde sicher als angenehm. Zwar hantiert der Schlächter ausschließlich mit einer Axt, doch die Taten kündigen sich bereits kurz vorher durch ein Schärfen selbiger an. Auf dass hier allerlei Körperteile abgetrennt werden, die Axt mal in einer Stirn landet, einem Pinkler den Iltis weghaut, Bauch offen, Schädel offen, - das ganze Programm, wobei nicht jeder Effekt überzeugend in Szene gesetzt wurde und durch die unsichere Kamera oft nur roter Schmodder zum Vorschein kommt.
Überzeugend sind auch die unbekannten Darsteller nicht. Da ist niemand dabei, der überhaupt ein markantes Gesicht hat, zwei der Typen kann man sogar leicht miteinander verwechseln.
Auch Gefühle zeigen liegt den Leuten nicht sonderlich. Wenn da soeben Freund oder Bruder verhackstückelt wurden, macht man für eine Einstellung ein möglichst betroffenes Gesicht, um für den Restverlauf weiterhin hölzern und größtenteils regungslos dreinzublicken.
Der Score ist aber okay.
Ach, die vielen „Legend of…“. Am Ende bleibt doch nichts davon hängen, weil das Script ideenlos und überraschungsarm das gängige Konzept herunterkurbelt.
Teens laufen weg, - meistens vergebens.
Der Killer ist da, strahlt aber kaum Weglaufpotential aus und Ziele und Existenzberechtigung werden auch nicht so recht eingebunden.
Für den Genrefreund gestalten sich maximal die letzten 25 Minuten als einigermaßen ansprechend und vielleicht noch einige Tötungsszenen.
Den Rest mag man getrost in der Pfeife rauchen, weil sich der Film im Gedächtnis des Betrachters spätestens nach fünf Tagen zu willkürlichem Rauch entwickeln wird.
Allenfalls für Hardcore Anhänger des typischen Teens-im-Wald-Slashers zu empfehlen.
3,5 von 10