Neun Jahre nach ihrem Debüt „Bangkok Dangerous" erstellten die Pang-Brothers 2008 selbst ein Remake für den US-Markt: In die Hauptrolle eines Profikillers mit Gewissensbissen schlüpfte der vielbeschäftigte Nicolas Cage, in Deutschland veröffentlichte man den Film lediglich direct to DVD. Nicht ganz zu Unrecht, denn Neues fügt die Hollywood-Neauflage des Thai-Actioners ihrer Zunft nicht wirklich hinzu.
Profihitman Joe (Nicolas Cage) ist in Bangkok, um vier letzte Zielpersonen auszuschalten und sich danach zur Ruhe zu setzen. Durchkreuzt wird seine perfekte Planung jedoch nicht nur durch die eigenen Auftraggeber, die ihren Killer lieber tot sehen wollen, seit der ihre Identität kennt, sondern auch nicht zuletzt durch die aufkeimende Liebe zu einer stummen heimischen Apothekerin entstehenden Zweifel an der eigenen Profession...
Der Hitman mit im Grunde gutem Herzen, der sich anstatt seinen verwerflichen Job zu erledigen schließlich gegen die eigenen Auftraggeber wendet - das Plotgerüst von „Bangkok Dangerous" ist altbekannt und lang bewährt. Da es außer der etwas unbeholfen-holprigen Lovestory um keinerlei inhaltiche Innovationen ergänzt wird, müssen sich die Qualitäten im „Wie?" der Umsetzung finden. Leider schafft es der Film hier nur knapp über den Durchschnitt, denn aufsehenerregende Highlights jedweder Facon sind in „Bangkok Dangerous" rar.
Gelungen ist zweifelsohne die edle Optik, in die die Pang Brothers ihren Killerthriller kleiden und auch die schillernde Location Bangkok trägt zum überzeugenden visuellen Eindruck bei, wenngleich atmosphärisch noch mehr aus hier herauszuholen gewesen wäre. Die Action dagegen zieht erst im ausführlichen Finale so richtig an, das mit coolen Beidhand-Baller-Posen in John-Woo-Manier den einen oder anderen Höhepunkt sowie auch einen amtlichen Bodycount auffährt. Über den ganzen Film betrachtet, ist jedoch nicht nur die Frequenz nicht eben überragend, sondern einige Sequenzen wie eine durchaus tolle Ideen beinhaltende Bootsverfolgungsjagd auch inszenatorisch verschenkt.
Zu allem Überfluss liefert die scheinbare Traumbesetzung Nicolas Cage in der Hauptrolle eine derart lustlose Performance ab, dass „Bangkok Dangerous" selbst auf darstellerischer Seite nicht aus dem Durchschnittssumpf auszubrechen vermag. Aufsehen erregend ist allenfalls noch das düstere Ende.
Aller Kritik zum Trotz bietet der Film dennoch gute Unterhaltung, da die Optik ein Genuss und die nach bewährtem Muster gestrickte Story klassisch kurzweilig ist. In seinen besten Momenten sowohl auf der Action- als auch der emotionalen Ebene beweist „Bangkok Dangerous" jedoch vor allem eines - wie viel mehr Potential in ihm gesteckt hätte und wie gut er tatsächlich hätte werden können.
Fazit: Mit dem Remake ihres eigenen Thai-Krachers „Bangkok Dangerous" präsentieren die Pang-Brüder ein solides Actiondrama, das mit edler Optik und einigen guten Shootouts glänzt, an einem höheren Anspruch aber nicht nur aufgrund der halbgaren emotionalen Komponente und konventionellen Geschichte, sondern auch der erstaunlich lustlosen Performance seines Hauptdarstellers scheitert. Letztlich eine kurzweilige Galerie verschenkter Möglichkeiten.