Spoiler-Warnung!!
Meine Güte, ist dieser Film eine Comedy-Granate! John Carpenter's "They Live", oder zu deutsch "Sie Leben", ist der beste Beweis dafür, dass Trash-Filme nicht zwanghaft schlecht sein müssen. Ich gebe zu, dass dieser Film so viele blöde Sachen auf Lager hat, aber genau das macht den Film irgendwie so amüsant. In "They Live" geht es um einen Mann (gespielt vom Wrestler Roddy Piper), der durch irgendwelche Umstände an eine Sonnenbrille gerät, die dem Träger das wahre Bild der momentane Erde zeigt. Dabei stellt er fest, das enorm viele Außerirdische, als Menschen getarnt, auf der Erde leben. Fortan beschließt er die Aliens weg zu pusten weil...Ja, warum eigentlich? Die ganze Zeit schwirrte mir diese Frage durch den Kopf. Wo war die Bedrohung der Aliens? Was haben sie so Schlimmes gemacht? Scheinbar waren sie auch recht zivilisierte Wesen, wie der Mensch. Nur wenn man ihnen auf die Schliche kommt, scheinen sie etwas ungestümer zu werden. Doch unser Hauptdarsteller ballert ein Alien nach dem Anderen nieder, ohne dabei auch nur ein einziges mal versucht, mit den Außerirdischen zu sprechen (besonders kurios war hierbei die Bank-Schießerei). Auch auf die genaue Erklärung über die mystische Sonnenbrille wartet man vergebens, hier muss man sich wohl einfach mit einem "ist einfach so" zufrieden geben. Richtig witzig wird der Film aber erst, wenn der Hauptdarsteller anfängt, seinen Kumpel Frank (schon damals ein Ausnahmetalent : Keith David) mit in die Sache hineinzuziehen, was anfangs etwas schwierig ist. Diese herrliche, lange aber nicht langatmige, Klopperei zwischen den beiden Kumpels war einfach super witzig inszeniert und es erinnerte teilweise schon an die alten Bud Spencer Filme. Immer wenn man dachte, dass die Schlägerei nun endlich vorbei sei, kam immer noch ein Schlag in die Magengrube hinzu. Und noch einer und noch einer. Diese Schlägerei ist für mich das absolute Highlight dieses Films. Aber auch das Finale kann sich sehen lassen, denn auch da gibt es selbstverständlich viel Action und viele trockene Sprüche. Allerdings fand ich das Ende schon etwas seltsam. Wenn die Aliens doch so super intelligent sind, wieso bauen die dann ein Ding (was auch immer das sein sollte), dass deren ganze Existenz auf der Erde bestimmt, auf ein Dach und kann mit 2 Mini-Kugeln einer winzigen Pistole komplett vernichtet werden? Nicht gerade die sicherste Methode, um die Existenz einer ganzen Spezies am Laufen zu halten. Ebenfalls verwundert hat mich, die von Meg Foster gespielte, Holly. Was wollte sie? Was hatte sie mit den Anderen zu tun? Was waren ihre Motive? Leider wartet man in dieser Hinsicht vergeblich auf eine Antwort, so wie eigentlich auf fast alle Fragen, die man sich bei diesem Film stellt. Ja, der Film ist billig, ja, der Film ist Trash pur, aber nein, er ist keineswegs schlecht. Zwar hat der Film ein leichtes Anhauchen einer Gesellschaftssatire, ist aber definitiv zu inhaltslos, um als Satire durch zugehen. Trotzdem macht der Film auf eine markante Art und Weise sehr viel Spaß, was besonders an den beiden lockeren Hauptdarstellern liegt, die sich für keinen platten Spruch zu schade sind. Es ist mal wieder ein klassischer Fall von "Love it or Hate it". Ich kann verstehen wenn man von diesem Film enttäuscht wird, aber dennoch spreche ich eine klare Empfehlung für diesen Film aus, da er mich rund 100 Minuten bestens unterhalten hat. Achja noch eine kleine Frage am Rand : Dieses Menschen-Erkennungsgerät sah doch ein wenig wie das Geister-Erkennungsgerät aus "Ghostbusters" aus. Eine kleine Hommage oder doch dreist geklaut?
Fazit : "They Live" ist feinstes Popcorn-Kino aus den 80er, der zwar nicht mit anderen Horror-Größen der 80er (American Werewolf in London, Poltergeist u.a.) mithalten kann, aber dennoch viele Film-Fans, insbesondere Trash-Fans, zufrieden stellen wird.
7,5/10