9
Ein Film, dessen Aktualität wohl nie so wirklich enden wird. Eine tolle Plotidee, die auch total gut umgesetzt ist, ausreichend Action bietet, zwischendurch auch recht creepy werden kann und ab und an auch mal für ein Schmunzeln sorgt. Da kann ich auch gerne über einige Logiklöcher gegen Ende hinwegsehen, wenn der Film es oftmals schafft mir eine Gänsehaut einzujagen. Großes Kino!
8
John Carpenters unterschätzte SciFi-Satire ist zugleich eine Hommage an die außerirdischen Invasionen der 50er Jahre mit ihrer Unterwanderungs-Paranoia als auch eine Parodie auf die Ära Reagan und den dazu gehörenden reaktionären Actionreißern der 80er; Somit wird recht smart eine Brücke zwischen 2 politisch nicht unähnlichen Jahrzehnten geschlagen. Das erste Drittel ist etwas zäh und träge, aber ab dem Augenblick, wo "Rowdy" Roddy Piper eine der speziellen Sonnenbrillen in die Hände fällt und er die Welt mit ganz anderen Augen sieht, geht die Post ab. Mir ist auch bislang kein anderer Film bekannt, in dem ein Wrestler so perfekt als sarkastischer Actionheld eingesetzt wird. Wie Piper sich Minuten lang auf der Straße prügelt (in den meisten Versionen erheblich gekürzt) oder mit der Pumpgun in eine Bank hinein spaziert und einen der genialsten Oneliner aller Zeiten ablässt, das ist schon fett.
8
Rasanter, kurzweiliger, actionreicher Sci-Fi-Horror von John Carpenter mit Ex-Wrestler "Rowdy" Roddy Piper in der Hauptrolle, dessen Spiel deutlich an das eines Kurt Russell angelehnt zu sein scheint (im positiven Sinne), mit sehr plakativer, aber wirkungsvoller Kapitalismus-/Regime-Kritik und satirischen Elementen. Macht einfach Spaß und den Darstellern ist anzumerken, dass sie diesen ebenfalls hatten.
8
"Sie leben!" ist John Carpenters von der etablierten Kritik verrissener Versuch, nach einer langen Durststrecke im Genre wieder Fuß zu fassen. Mir gefällt sein plakatives Statement zur Reagan-Ära dennoch: Roddy Piper mag kein Charaktermime sein, aber sein Charisma lässt ihn in seiner Rolle durchaus glaubhaft wirken und den Film tragen. Zugegeben: Die interessante Invasion-aus-dem-All-Variation "verkommt" gegen Ende zunehmends zum platten Actioner, aber unterhaltsam ist's allemal. Fazit: Unterschätzt und durchaus aktuell.
9
Wow, Carpenter is back. Mit "Sie leben" und "Fürsten der Dunkelheit" feiert er sein Comeback. "Sie leben" ist eine oft nicht verstandende Kritik an der Konsumgesellschaft der späten 80er. Musik ist mal wieder vom Meister persönlich und trägt ungemein zur Atmosphäre bei. Unter den Darstellern ist mit Peter Jason mal wieder ein alter Bekannter Carpenters zu finden. Roddy Piper legt eine für einen Wrestler gute schauspielerische Leistung hin. Sowas hätte ich ihm nicht zugetraut. Die Effekte des Films sind in Ordnung. Action hat man nicht en mas, aber darauf sind Carpenterfilme ja auch nicht ausgelegt. Übrigens erinnert die Erstürmung der Untergrundkämpfer ziemlich stark an den Endangriff von "Das Ende" Der Schluss ist übrigens sehr untypisch für einen Carpenterfilm. Unbedingt mal angucken!
6
Mit diesem Film hat Carpenter seinem Kultstatus doch erheblichen Schaden zugefügt. Was anfangs noch als Kritik am amerikanischen Konsumverhalten gedacht war, gerät im Verlaufe des Films zu einem schlichten Action-Klopper, der seinen Reiz lediglich durch den Wrestling-Fight zwischen Roddy Piper und Keith David und der wie immer von Carpenter selbst verfaßten Musik bezieht. Die offensichtlich an die Invasionsfilme der 50er Jahre angelegte Handlung kann in keiner Szene überzeugen, noch gelingt es Carpenter hier eine bedrohliche atmosphäre zu schaffen, die seine frühen Filme wie ASSAULT, HALLOWEEN oder THE FOG ausgezeichnet haben.