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Inspektor Ma Jun (Donnie Yen) hält sich bei den Festnahmen nur selten an das Gesetz. Bei der Dienstaufsicht eckt er daher öfter an, doch nun soll er mit seinem Kumpel und Kollegen Wilson (Louis Koo) ein Verbrechersyndikat hochgehen lassen. Wilson arbeitet schon länger undercover bei den Brüder Tony (Collin Chou), Tiger (Xing Yu) und Archer (Ray Lui). Doch Wilson wird enttarnt, einen Anschlag auf sein Leben überlebt er knapp. Bei einem Einsatz kann Ray geschnappt werden, seine Brüder setzen daher alles daran, dass Wilson nicht als Zeuge aussagt. Als seine Freundin Julie (Bingbing Fan) entführt wird, räumt Ma mit den Gangstern gnadenlos auf.

"Flash Point" könnte man einerseits als Sequel zu "Kill Zone SPL" betiteln, andererseits auch als Prequel, denn das Geschehen hier spielt sich im Jahre 1997 ab. Erneut sitzt Wilson Yip (Kill Zone SPL, Ip Man) auf dem Regiestuhl und liefert ein weiteres Actionhighlight des Hongkongkinos. Zusammen mit "Invisible Target" und "Kill Zone SPL" ist "Flash Point" das Beste, was Hongkong derzeit zu Stande bringt. Es hapert nur immer an der selben Stelle. Die Story verläuft überraschungslos und man kümmert sich zu sehr um Wilson und seine Flamme Julie. Zwar sollte auch in einem Actionfilm den Charakteren ein wenig Tiefe verliehen werden, aber bei der Beziehungskiste übertreibt es Yip ein wenig, somit ist die erste Halbzeit ein wenig schwach geworden.

Auf Action wird auch dort nicht verzichtet, doch das Gegebene ist meist sehr kurz geraten und Donnie Yen tritt erst in der zweiten Hälfte richtig in Aktion. Doch da lässt es Yip richtig krachen und der Zuschauer wird mit einem tollen Showdown belohnt. Da wird mit großkalibrigen Waffen geballert, dass es eine wahre Freude ist, blutige Einschüsse inklusive. Doch der Höhepunkt ist der locker fünfminütige Endkampf zwischen Inspektor Ma und Gangster Tony. Da fliegen die Fäuste und Wire Work kommt so gut wie gar nicht ins Spiel. Auch mittig darf sich Ma schon einen tollen Nahkampf liefern, doch der Endkampf toppt alles. Die Choreographie ist meisterlich und Donnie Yen´s einmaliger Kampfstil, eine Mischung aus Karate, Thaiboxen und Streetfighting, sorgt für spektakuläre Moves.

Davon hätte Hälfte eins mehr vertragen können, dann wäre "Flash Point" ein echter Kracher geworden. Auch Yip´s Inszenierung trägt viel dazu bei. Die Optik ist auf Hochglanz poliert, die Kamera wird stets ruhig gehalten und obendrein hat er viele schicke Bilder zu bieten. Das Hongkongkino ist wesentlich erwachsener geworden, auch was die Darsteller betrifft. Obwohl Donnie Yen nicht mehr der Jüngste ist, so ist seine körperliche Fitness enorm. Viele Gesichtsausdrücke hat er zwar nicht zu bieten, aber in den Actionszenen macht er eine tolle Figur. Genauso Louis Koo als Wilson, oder Collin Chou, Ray Lui und Xing Yu als Gegenspieler.

Sehr stylisch in Szene gesetzt, mit überzeugenden Darstellern versehen, doch zum ganz großen Wurf reicht es nicht. Die Story hat nur Alibifunktion und die ersten vierzig Minuten könnten mehr Action vertragen. Erst danach geht es richtig zur Sache. Verfolgungsjagden, Shootouts und toll choreographierte Nahkämpfe hat "Flash Point" zu bieten. Für den Actionfan ein Muss.

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