Review

Wenn man als Regiedebütant und Autor im Horrorbereich etwas auf die Beine stellen möchte, empfiehlt sich zuweilen eine Mixtur verschiedener Themen. Wie hier Snuff und Besessenheit, Geistererscheinungen und Handkamerabilder. Schade nur, wenn der Titel am Ende einzig und allein auf die miese Qualität des Drehbuchs zutrifft.

Im Mittelpunkt dieser unzureichend entwickelten Geschichte steht Dokumentarfilmer Miles, der mit dem Sadisten Vic den „King of Snuff“ an der Angel hat. Nach seinen Interviews, die er per Kamera begleitete, stellt er bei Sichtung des Materials Geistererscheinungen fest, die rasch von seinem Geist Besitz ergreifen und ein paar seiner Freunde in höchste Gefahr bringen…

Snuff an sich steht weniger im Vordergrund, der wird allenfalls mit schnellen Inserts eingeblendet und dient lediglich als Background für die Rachegeister und ihren Peiniger, der im Verlauf über vier Anwesende in einer leerstehenden Halle telepathisch Besitz ergreift.
Anfangs gelingt die Figureneinführung einigermaßen, mit einem ehrgeizigen Arbeitstier Miles, seiner Freundin, dem Bruder und dessen Frau, später dem aalglatten Verleger.
Doch am Ende schmeißt man nur alle Figuren in einen Topf und lässt sie nacheinander durch den Geist des Sadisten handeln und aufeinander losgehen, was jedoch erst innerhalb der letzten Minuten überhaupt so etwas wie Spannung aufkommen lässt.

Bis dahin geht das Geschehen träge und vor allem ziellos vonstatten, es gibt keinerlei erklärende Hintergründe für die Halbnackte, die den Verleger umgarnt, noch welches Ziel der Peiniger mit seinen Beeinflussungen erreichen will. Mal hier eine Gestalt auf der Digitalaufnahme, da mal Andeutungen von Energie und Magnetfeldern, doch die Chose bleibt nach passablem Einstieg völlig konfus, dröge und hölzern.

Derweil gibt die Kulisse der Halle, offenbar einstigem Warenhaus herzlich wenig her, die statische Kamera und die karge Ausleuchtung sorgen für graue Töne und Bewegungsarmut und auch die eingeschobenen Bilder der Handkamera wissen keine Akzente zu setzen.
Gleiches gilt für die wenig glaubhaften Darsteller und ihre steif vorgetragenen Dialoge.

So passt am Ende kaum etwas zusammen und auch zwei kleine Plot Twists können final kaum von der vorherrschenden Langeweile ablenken.
Selbst Gorehounds kommen fast gar nicht auf ihre Kosten, neben kleinen Messerstichen und einer Metallstange in der Kehle bleibt nicht viel, während etwaige Snuff-Szenen nur angedeutet werden oder mit Schreien im Off verschwinden.

Bei dieser lahmen Herangehensweise stellt sich also gar nicht erst die Frage, was man hätte besser machen können, sondern was an dem Gesamtpaket überhaupt brauchbar ist.
Und das sind praktisch nur die letzten Minuten, die mit einigen Zweikämpfen ein wenig Tempo aufkommen lassen und versuchen, noch ein paar vage Erklärungsversuche hinterher einzuflechten, was natürlich kaum überzeugen kann.
Bekannte Genrezutaten lasch und ohne Drive zusammen gemixt – dieses Regiedebüt kann man getrost ignorieren.
3 von 10

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