Nu Image haben sich primär im Bereich des Tier- und Katastrophenhorrors einen Namen unter Trashfans gemacht. Dabei stach der oft positive Eindruck aufgrund charmanter Klischeetypen und schwacher Effekte mit Potential für unfreiwilligen Humor hervor.
Nun versuchen sich die Herrschaften an einem Mittelalter-Fantasy-Epos und dabei gibt es im Endeffekt weder Erheiterndes, noch sonderlich Unterhaltsames. Der Streifen scheitert schlicht an seiner einfältigen Geschichte und der überaus billigen Umsetzung.
Mit der Geschichte reisen wir einige Jahrhunderte zurück in die Zeit, in ein mystisches Land, in dem sich die Königreiche von Lockland und Delphi bekämpfen.
Doch eines Tages beschwört ein böser Zauberer den Gryphon, ein fliegendes Fabelwesen, um beide Parteien zu terrorisieren und zu unendlicher Macht zu gelangen. So werden Prinz Seth von Delphi und Prinzessin Amelia von Lockland zunächst unabhängig voneinander ausgesandt, die einzig wirksame Waffe im Kampf gegen das Ungetüm, einen zweiteiligen Zauberspeer, zu finden und ihn später vereint gegen des Unhold und sein Monster einzusetzen.
An sich hoffte ich mit dem Stoff auf Tierhorror im Mittelaltergewand zu stoßen, doch im Endeffekt bieten sich lediglich oberflächlich miteinander verknüpfte Fantasyelemente nach Schema F abgespult, aber recht selten Angriffe der Kreatur.
Kaum ein Klischee einer mystischen Mittelaltersaga wird hier ausgelassen:
Beide Thronnachfolger sind zunächst verfeindet, aufgrund gemeinsamer Interessen vereint man sich aber und entwickelt sich selbstverständlich zum Liebespaar.
Den Thronnachfolgern steht jeweils ein bulliger Adjutant zur Seite, der sich ebenso selbstverständlich jeder Todesgefahr aussetzt, um sein Oberhaupt zu schützen.
Dazu sind die jeweiligen Könige etwas begriffsstutzig und weniger sensibel ausgestattet als die Königinnen, die nicht nur taktisches Feingefühl besitzen, sondern zusätzlich über visionäre Fähigkeiten, als auch über magische Kräfte verfügen.
Ihr gemeinsamer Gegenspieler entpuppt sich als machtbesessener, etwas dicklicher Zauberer mit zwei jungen Bräuten (eine blond, eine brünett) an der Hand, um zu einem bestimmten Zeitpunkt Unsterblichkeit zu erlangen.
Nette, wenn auch simple Idee, nur die Umsetzung fällt annähernd blamabel aus.
Im Kern latschen da nur Leute durch die Gegend, wiegeln kurz ihre eigenen Interessen ab, um anschließend gemeinsam diese sagenumwobene Zauberlanze zu finden. Zwischendurch greift das Flugmonster an und schnappt sich unwesentliche Randfiguren.
Spannend gestaltet sich das jedoch zu keiner Zeit, die Angriffe der Kreatur erfolgen immer nur kurz und unblutig, während alles außerhalb des Gryphon schlicht anödet.
Zwar vermag man mit dem finalen Kampf gegen den Zauberer noch ein wenig das Tempo zu schüren, doch der Eindruck einer billigen Produktion wird dabei umso deutlicher untermauert, wenn magische Blitze und Kraftfelder per Computereffekt ins Geschehen geböllert werden.
Den Figuren mag man aber von Beginn an auch nicht so recht folgen, zumal die Darsteller gänzlich übel gecastet wurden. Denn der Prinz sieht überhaupt nicht aus wie ein kämpferischer Held, sondern eher wie ein Heiratsschwindler, der regelmäßig beim Pokern betrügt und die Prinzessin hat die Ausstrahlung einer Supermarkt-Kassiererin. Einige Nebenfiguren wurden da weitaus treffender besetzt.
Auch mit der Wahl der Schauplätze bringt man keine Glanzpunkte. Da fällt es eher negativ auf, wenn die Truppe während ihrer Odyssee wiederholt den gleichen Waldabschnitt passiert und in einigen Szenen sogar Landschaften aus dem Computer ins Geschehen geworfen werden, weil eine passable Burg gerade nicht zur Verfügung stand.
Einzig der Score ist um orchestrale Fülle bemüht, was teilweise sogar recht passabel klingt und dem Treiben in Ansätzen einen Rest Würde verleiht, weil man sich ansonsten eher in einer Aufführung auf der Waldbühne wähnt.
Bleiben letztlich nur noch ein paar Worte zu der titelgebenden Kreatur. Diese ist im Prinzip eine Mischung aus vorne Adler und hinten Löwe, doch wirkliche Mühe lässt sich bei der Computeranimation nicht erkennen. Das Teil wirkt lieblos dahingeklatscht und je näher man es betrachtet, auch völlig ohne Details ausgestattet. Da ist keine Mimik erkennbar und der Knitterschnabel wirkt auch etwas unbeholfen. Nur einige Umkreisungen mit drohend werfenden Schatten erzeugen phasenweise eine Glaubhaftigkeit, die ansonsten völlig ausbleibt, weil das Vieh fast wie ein Fremdkörper im Szenario wirkt.
Unterm Strich bleibt ein Fantasyfilm auf TV-Niveau, der in nur sehr wenigen Szenen unterhält (eine Statur wird lebendig und schwingt sein Schwert gegen die Helden).
Die Inszenierung lässt indes in fast allen Belangen Wünsche offen, die Ausstattung ist unter aller Sau und während man auf temporeiche Szenen wartet, dominieren oft kitschige Dialoge das Geschehen.
Ferner gibt es zu selten Angriffe der Kreatur und Helden, denen man ihre Figur einfach nicht abnehmen kann.
Daraus ergibt sich im Endeffekt auch nicht der erhofft naiv-charmante Unterton, sondern nur ein billiger Streifen, der die meiste Zeit langweilt.
3,5 von 10