So, so. Das war er also. Der großangekündigte Simpsons-Film, auf den man als eingefleischter Fan der Serie beinahe zwei Jahrzehnte warten musste. Leider ist "Simpsons - Der Film" unnötig wie ein Kropf, und wird dem Kultstatus der Serie zu keiner Zeit gerecht.
Homer hat´s geschafft. Durch den Dung seines neuen Haustieres (einem Schwein) verseucht er den nahegelegenen See und verursacht somit eine Katastrophe in Springfield. Mr. President lässt daraufhin Springfield mittels riesiger Glaskuppel von der Außenwelt abschotten, um zu überlegen, was man mit dem verseuchten Gebiet machen kann. Die Einwohner Springfields wollen Homer dafür lynchen, jedoch entkommt die Familie Simpsons dem wütenden Mob durch Maggie´s Sandkasten. Nach einem kurzen Abstecher nach Alaska kommt Homer natürlich zurück und darf seine Heimatstadt retten.
"Simpsons - Der Film" ist genau das geworden, was er hätte niemals sein dürfen. Eine auf 75 Minuten Spielzeit aufgeblähte Episode.
Nach der gelungenen Anfangssequenz (Homer sieht im Kino den "Itchy & Scratchy"-Film, steht auf und fragt die Zuschauer, warum sie für so etwas Geld ausgeben, obwohl man dies schon so oft im Fernsehen gesehen hat) und dem neu aufgespielten, liebevoll gestalteten Intro, bekommt man einfach nur die gewohnte Simpsons-Kost um die Ohren geschlagen, mit all ihren Höhen und Tiefen.
Ok, das Wort "Spider-Schwein" dürfte einen Top-Ten-Platz inne haben, für das Unwort des Jahres 2007 zu werden - aber bis auf einige gelungene Schenkelklopfer (die es ja auch in jeder Serien-Episode gibt) und dem Tabu-Bruch, zum allerersten Mal Genitalien nicht zu verdecken sondern zu zeigen (diese Szene ist Weltklasse), gibt´s nichts neues, herrausragendes oder sonstiges, dass diesen Film von der Serie abheben würde.
Ganz im Gegenteil: Einige Gags sind 1:1-Kopien aus Folgen (Dafür drei Jahre Drehbuch schreiben?).
Mit zunehmender Spielzeit geht dem Film immer mehr die Puste aus und es machen sich Ermüdungserscheinungen breit. Die aufkommende Ehekrise zwischen Marge und Homer ist viel zu ernst geraten (insklusive Bart-Flanders-Verhältnis) und trübt zusätzlich den Spaß. Einige "Gags" sind so dermaßen hohl ausgefallen, dass man dafür am liebsten David Silverman ´ne Torte aus Shelbyville in die Fresse schmeißen will. Ganz schwach und beinahe grenzdebil wirkt der Gast-Auftritt von Tom Hanks (why?).
Es soll mich keiner falsch verstehen, "Die Simpsons - Der Film" ist schon ein guter Film geworden und wird jeden Simpsons-Fan mehr oder weniger zufrieden stellen, aber wenn das da wirklich alles nach 18 Jahren Wartezeit gewesen sein soll, hätte man sich den Streifen sparen können oder als normale Serien-Special-DVD rausbringen können.
Dieser Film erinnert mich an den Dreiteiler der "Schrecklich netten Familie", als die Bundys nach London reisten (hat mich mehr amüsiert) - nicht mehr und nicht weniger.
Bedingt durch das Gefühl, eine "gestreckte" Folge der Serie zu konsumieren, ist der Wiederanschauungswert auch nicht sonderlich hoch ausgefallen. Dann lieber drei Folgen der DVD-Staffeln schauen. Für mich die Enttäuschung des Jahres.
3/10