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Titan mit der eisernen Faust

Der so genannte "Sandalenfilm" unterscheidet sich nicht maßgeblich von seinen Kollegen dem Barbarenfilm und den Historienfilmen. Eigentlich ist er eine Mittelstufe unter diesen, da es statt Fellunterwäsche hier Sandalen und Scheuerlappen Visiere gibt und statt monumentalen Bauerwerken bemalte Pappe vom italienischen Sperrmüll. Im Großen und Ganzen kann man schon sagen, dass all diese Filme einen gewissen Trashgehalt haben, das ist einfach so. So auch der "Titan mit der eisernen Faust". Ein Titel, der zwar keinen Sinn ergibt, dem Film aber mit seiner reißerischen Art im nichts nachsteht. In diesem „Sandalen Epos“ handelt es um den patriotischen Römer Mucius, der den König der Etrusker töten soll, dabei aber versagt und sich selbst damit bestraft, dass er seine Hand ins Feuer hält. Eine Szene, für die ich die Hand nicht ins Feuer legen würde ( das musste jetzt kommen...). Mucius merkt aber, dass es kein Fehler war, den König am Leben zu lassen, da sein eigentlicher Feind der asoziale Obertyrann Tarquinius ist. Dieser will jetzt den Krieg gegen Rom, den der Etrusker König eigentlich beenden wollte neu aufnehmen und fordert deshalb zehn junge Frauen (ua. Mucius Verlobte) als Geiseln. Oder so ähnlich. Schon die Story verrät, wie es in diesem Film aussieht, Wischmob Helme, rote Wasserfarbe als Blut, billige Kulissen (ja, sogar das Wasser sieht hier unecht aus) und Unglaubwürdigkeit. Damit meine ich z.B. eine Szene, in der jemand ein Schwert ins Feuer hält, welches nach wenigen Sekunden rot angemalt ist. Es soll aber so aussehen, als würde es glühen. Das ist nur ein kleines Beispiel für die trashig improvisierten Tricks in diesem Machwerk. Ausserdem gibt es lustige Helme zu sehen, mein Favorit: Leoparden- Style mit goldener Schaumgummi- Sonne oben drauf (ernsthaft!). Bis hier hin klingt das alles noch nett und spaßig, doch der Schein trügt: Dieser Film ist stellenweise (die letzten 30 Minuten in etwa) sterbenslangweilig. Ich musste mir wirklich einen Kaffee machen, um das ohnehin offensichtliche Ende noch mit zu erleben. Ob man sich den Film nun wegen oben genannter Gründe trotzdem ansehen sollte, muss man eigentlich selbst wissen, empfehlen kann ich ihn nicht mit 100% ruhigem Gewissen. Fazit: Die Faust ist eigentlich eigen Großteil des Films über in Verband eingewickelt und nicht "eisern" und für die Langeweile gäbe es ehr eine Faust in den Arsch der Filmemacher.

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