kurz angerissen*
"Action Jackson" - gerade weil er so einfach zu durchschauen ist, macht er heute so viel Spaß.
Wir haben hier den offensichtlichen Versuch, Carl Weathers, der als Apollo Creed bekannt geworden war und gerade mit "Predator" einen weiteren großen Erfolg in einer Nebenrolle verbuchen konnte, als Actionhero-Zugpferd einzuspannen. Und dafür tut der Film alles: Verpasst ihm beispielsweise einen komplett bescheuerten Spitznamen (dessen Vorstellung jedes Mal zu einem mächtigen Fremdschämmoment führt... "Man nennt mich auch Action") und eine völlig überzogene Introduktion wie aus einer Erzählsequenz eines Michael-Jackson-Musikvideos. Dann wird er zur gemeingefährlichen Mixtur aus schwarzem James Bond und Lethal Weapons Riggs (partnerlos, wohlgemerkt) aufgebaut; auf letztere Zutat lassen dabei auch Saxophon-Einspieler schließen, die gerne mal den ein oder anderen albernen One-Liner pointieren. Ungleich Bond, dafür 100% 80s, ist dann auch Jacksons Angewohnheit, Frauengeschichten erstmal kalt zu stellen, bis die bösen Buben besiegt sind.
Weathers bedient die gellenden Klischees eines Genres auf seinem Zenit mit der zu erwartenden Unerfahrenheit, die manch cool gedachte Szene uncool wirken lässt, verfügt aber durchaus über das Charisma, eine Hauptrolle zu tragen. Die Nebendarstellergarde ist prall gefüllt mit klassischen Nasen wie Bill Duke, Robert Davi, Jack Thibeau, Chino Williams oder Thomas F. Wilson; auch die Frauenmischung mit Sharon Stone und der Motown-Sängerin Vanity (die natürlich auch einen Gesangsauftritt absolviert) ist typisch, speziell für die "Blaction"-Gattung.
Die Action selbst kommt stoßweise, dann aber richtig; Baxley zaubert da ein paar schöne Einstellungen und liefert im Finale mit einem Ferrari, der sozusagen "auf nicht heimischem Terrain" seine Runden zieht, das richtige Maß an Überdrehtheit.
So durchschaubar und billig der Genrefan hier auch bedient werden mag, so viel Verständnis man für zeitgenössische Kritiken haben muss, die den Film eventuell zerrissen, heute ist "Action Jackson" fast schon so etwas wie eine unfreiwillige Parodie auf den Polizeiactioner der 80er und als solche durchaus sehenswert.
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