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Maine: Im Black Lake schwimmen immer noch gefräßige Riesen-Krokodile rum, die für so manche angeknabberte Leiche sorgen. Sheriff James Riley hat gemeinsam mit seiner Ex-Freundin, der Wildhüterin Emma, alle Hände voll zu tun, um zu verhindern, dass die Zahl der Opfer noch weiter steigt und bläst darum zur Jagd auf die Reptilien. Die Zeit drängt, denn Sohnemann Scott unternimmt gerade mit einigen Freunden einen Camping-Trip an dem besagten See und so dauert es natürlich auch nicht lange, bis die Kids die Krokos am Hacken haben und von ihnen durch den Wald gehetzt werden. Unterstützung erhällt Riley von dem Geldsack und passionierten Großwildjäger Struthers, der sich gerne einen Krokodil-Schädel als Trophäe an die Wand hängen würde... Das Sequel zu "Lake Placid" wandert inhaltlich auf sehr viel ausgelatschteren Trampelpfaden als Steve Miners 1999er-Krokodil-Komödie und ist darum auch nur eines jener vielen, austauschbaren Tierhorrorfilmchen nach Schema F geworden, wie sie zuhauf auf dem (damals noch) Sci-Fi-Channel und im Anschluss an die TV-Ausstrahlung als Unrated-Fassung auf DVD (hier ohne zusätlichen Gore, dafür aber mit mehr Nudity von einigen Silikon-Bimbos) verklappt wurden. Die gängigen Genre-Standards werden mit einigen üblen Body-Props und dem typisch-dummen Teenager-Volk als Kroko-Happen hier demnach sehr viel akkurater bedient als im ersten Teil, der allerdings noch ziemlich wertig für einen Kino-Einsatz produziert wurde... "Lake Placid 2" hingegen ist trotz des identischen Handlungs-Orts Maine nur merklich billig irgendwo in Bulgarien entstanden und generell nicht besonders sorgfältig gemacht: Die läppischen CGI-Krokodile, mit denen man den Streifen vollgestopft hat, sehen nämlich aus wie auf die Schnelle am heimischen PC hingehuscht und das verdreckte Brackwasser des Sees erstrahlt in den Unterwasser-Aufnahmen in klarstem Swimming-Pool-Blau. "Frau Blücher" Cloris Leachman ist nun wohl der bekannteste Name im Cast und gibt nun als Oma mit Kodderschnauze den Betty White-Ersatz... und dürfte vermutlich auch noch das schauspielerische Highlight markieren, denn sämtliche anderen Darsteller performen nur (angemessen) minder-motiviert und mit angezogener Handbremse, als wüssten sie ganz genau, in welchem Stuss sie hier mitwirken. Regisseur David Flores dürfte sich vermutlich mit seinem "Boa vs. Python - Duell der Killerschlangen" bei den Sci-Fi-Verantwortlichen für diesen Regie-Job empfohlen haben und im direkten Vergleich muss man zumindest attestieren, dass "Lake Placid 2" ein nicht ganz so schlimmer Reptilien-Trash geworden ist, auch wenn es dem Endresultat immer noch vorne und hinten an allem mangelt. Erstaunlich jedoch, dass hiermit der Startschuss für eine nicht enden wollende Reihe von Fortsetzungen (inklusive "Anaconda"-Crossover!) gegeben wurde, wer hätte erwartet, dass von dem Titel "Lake Placid" eine derartige Zugkraft ausgeht...?

4/10

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