Diamonds are a Musicals best friends
Marilyn Monroe ist in "Blondinen bevorzugt" hohl wie selten, macht keinen Hehl um ihre Sucht nach Kohle & Klunker, ist nicht immer sympathisch & spielt von der ScreenTime auch fast schon eine zweite Geige hinter ihrer reiferen, schlaueren Freundin Jane Russell - und was haben wir Männer im Kopf, wenn wir an dieses strahlende Musical zurückdenken? Trotzdem nur die blonde Sexbombe, vor allem eingedeckt in massig Karat! Eine Schande - aber unsere Natur :/
Schon allein dieser Fakt zeigt auch nach über 60 Jahren, was für eine Wirkung Frau Monroe auf Männer hat - und genau das ist das Thema des Films über zwei Freundinnen auf einer Schifffahrt nach Paris! Blondinen, spezieller die Monroe, werden bevorzugt. Wenn M.M. auftritt, denken wir nicht mehr klar & rational, so sind Männer nunmal. Sie bildet in schönem Kontrast mit Russell eine meist recht glaubhafte Frauenfreundschaft, trotz aller Unterschiede & verschobener Werte. Die eine mag den Mann, egal wie dick sein Portemonnaie, die andere mag das Konto mindestens so sehr wie den Mann, die schönen Dinge des Lebens, den Luxus.
Zwei Arten von Frauen, die weit von einander weg sind & doch nicht ohne einander können. Und trotz allem Hollywoodprunk, der funkelt, leuchtet & beeindruckt, vor allem auf Blu-ray, übersieht man nicht, dass beide Frauenrollen auch heute noch oft genug in der Gesellschaft vertreten sind. Leider vielleicht sogar etwas mehr verschobenen in Richtung Marilyn, da der Kapitalismus, der Fame & die Gier regiert. Marilyns Kunst ist es hier in "Gentlemen Prefer Blondes", einem diesen eigentlich ätzenden Charakter trotzdem nie komplett zu versauen - ihr kann Mann wohl echt Nichts übel nehmen!
Auf Grund der kurzen Laufzeit, der tollen, bunten Kullissen & pfiffigen Musicalnummern (auch mit EyeCandy für Frauen!), wird der Film nie langweilig. Den Rest übernehmen die zwei Grazien & einige wirklich gut sitzende Witze. Nicht so hohl wie Lorelei/Marilyn, aber richtig viel Inhalt bleibt nicht zurück. Nur schöne Tänzer & schöne Frauen, die eine Frau... ich scheife ab! Wer auf Musicals aus den 50ern steht & die Frauen von damals vergöttert, baut um "Blondinen bevorzugt" einen Schrein. Der Rest ist auch beeindruckt & hat Spaß, sieht das Ganze aber mehr als Muskelspiel Hollywoods & eine bunte Blase voll Unterhaltung & Sexappeal, garniert mit ein paar Wahrheiten über die Geschlechterrollen. Von allen Beteiligten gibt es Besseres, aber trotzdem meint man, der Broadway ist in Hollywood!
Fazit: trotz geldgeiler & diamantengieriger Monroe ist dieses bunte Musical auf einem Kreuzfahrtschiff extrem kurzweilig & macht Spaß! Nur nicht zu ernst nehmen!