Der "Polish Hill Killer", der es auf junge Frauen abgesehen hat, die er zuerst mit einem Taser betäubt und dann erdrosselt, macht Pittsburgh unsicher. Der Cop Tom Hardy ist der festen Überzeugung, dass es sich bei dem Serienmörder um einen Polizisten handeln muss... und macht sich dadurch bei seinen Kollegen schnell unbeliebt. Als Hardys eigener Vater nach einer Verfolgungsjagd von einem Verdächtigen erschossen wird und sein Cousin und Ex-Partner Jimmy, gegen den er gerade erst in einem Gerichtsverfahren wegen Brutalität im Dienst als Zeuge ausgesagt hat, von einer Brücke in den Tod springt, wird Hardy zur Wasserschutz-Polizei zwangsversetzt. Zwei Jahre später tauchen nun plötzlich erneut Frauenleichen in dem Fluss auf, auf dem Tom seinen Dienst verrichtet. Schlimmer noch: Bei den Opfern handelt es sich allesamt um flüchtige Bekanntschaften des Cops, was ihn nun zu der Annahme führt, dass der "Polish Hill Killer" zurückgekehrt ist und dieser die Leichen absichtlich im Wasser deponiert, um Tom auf sich aufmerksam zu machen. Jimmys Bruder Danny, der seit damals einen Groll auf Hardy hegt und just erst nach zweijähriger Abwesenheit wieder in Pittsburgh aufgetaucht ist, erscheint da bald schon schwer verdächtig... Trotz einiger Anleihen beim hippen Serienkiller-Kino ist "Tödliche Nähe" mit Sicherheit kein Film, der auf den Spuren von "Das Schweigen der Lämmer" wandelt, sondern allenfalls ein banaler Action-Krimi, mit dem Bruce Willis offensichtlich sein Image als Alltags-Actionheld ein wenig festigen wollte... und mit dem er sich rückblickend betrachtet nicht unbedingt einen Gefallen getan hat, und das nicht nur, weil das Haarteil da nicht immer richtig sitzt. Regisseur Rowdy Herrington, der bislang ja noch mit keinem seiner Streifen groß auftrumpfen konnte - mal eventuell abgesehen von "Road House", aber dort aus den völlig falschen Gründen! - ist halt schlicht der falsche Mann, um tiefgehende Psycho-Thriller-Spannung zu händeln und arrangiert stattdessen lediglich zweckmäßig eine Auto-Verfolgungsjagd zu Beginn und anschließend einige kleinere Action- und Stunt-Einlagen innerhalb einer Malen-nach-Zahlen-Handlung und sorgt dadurch allenfalls für leidlich durchschnittliche Unterhaltung, bis schließlich das absurde Finale erreicht ist, das voller Wiederauferstehungs-Phrasen des Killers steckt und dem man die kolportierten Nachdrehs am deutlichsten ansieht. Innerhalb der veranstalteten Serienkiller-Hatz gibt Bruce Willis in seiner vermeintlichen Parade-Rolle als versoffener Bulle übrigens nicht immer eine brauchbare Identifikations-Figur ab, wohl auch, weil er als Star der Angelegenheit schon dafür gesorgt hat, dass er immerzu gut dasteht, selbst wenn er laut Drehbuch eigentlich auf dem Tiefstpunkt rumdümpeln müsste... nun ja, sein Tom Hardy ist eben nicht John McClane und "Tödliche Nähe" ist mal echt kein "Stirb Langsam auf dem Wasser" geworden. Was einen allerdings doch so ein wenig bei der Stange hält, sind die vielen bekannten Gesichter, die sich hier in den Nebenrollen tummeln und mit ihren Auftritten über so manchen erzählerischen Durchhänger hinwegtrösten. Ach ja, die Entlarvung des "Polish Hill Killers" zum Ende überrascht einen keinesfalls, denn irgendwie hatte man sich die Figur doch die ganze Zeit über vorgemerkt, aber zumindest versemmelt Herrington den Reveal zum Schluss nicht so hart wie bei seinem 1988er-Thrillerchen "The Ripper - Der Killer kommt aus dem Dunkeln..."... immerhin. Fazit: Mainstream-Action ohne Wenn und Aber vom Hollywood-Fließband, aber als Serienkiller-Thriller ein echter Schuss in den Ofen.
6/10