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Basti Lämmle will nach seinem Abitur auf keinen Fall zur Bundeswehr, wird aber trotz seiner zahlreichen Versuche, dies zu umgehen schließlich eingzogen. Während sein Mitbewohner versucht ein Verhältnis mit seiner Freundin zu beginnen, muss sich Lämmle bei der Bundeswehr mit seinem Freund Schleifer, dem schweigsamen Ufo, dem Streber Zonk, dem Weichei Justus und dem angehenden Rambo Nefzat bei der Bundeswehr behaupten.
Die Story ist eine Katastrophe. Die Charaktere haben überhaupt keine Tiefe und sind absolut überzogen. Die Handlung ist vorhersehbar und stereotyp. Der Film liefert wirklich nichts neues und ist somit belanglos. Hinzu kommt noch die vorhersehbare und klischeehafte Love-Story von Lämmle mit einer Bundeswehr-Ärztin.
Der Film läuft schnell an und entwickelt bereits in den ersten Minuten einen ordentlichen Unterhaltungswert. Durch ein paar solide Gags und einen einigermaßen ordentlichen Klamauk, kann der Film auch den Mittelteil solide und unterhaltsam überbrücken. Das Ende ist ebenfalls unterhaltsam, wenn auch vorhersehbar. Der Film bietet über die vollen 90 Minuten solide, aber kurzweilige Unterhaltung, wenn man sich denn nicht an der schwachen Story stört.
Der Humor besteht größtenteils aus Klamauk mit niedrigstem Niveau, der aber dennoch stellenweise amüsant wird. Leider gibt es auch die üblichen naiven Teeniewitze und Fäkalgags, die das Niveau, wenn überhaupt noch möglich, noch weiter sinken lassen. Problematisch ist nur das schlechte Timing der Gags, dass einige von ihnen zu echten Rohrkrepierern macht und die hohe Naivität, die vollkommenen geistigen Durchzug des Zuschauers vorraussetzt, wenn dieser sich amüsieren will.
Ich weiß nicht, ob es Absicht ist, aber die Amerikaner, vor allem das amerikanische Militär, bekommen an vielen Stellen sein Fett weg. Die typischen knochigen und patriotischen Amerikaner werden ordentlich aufs Korn genommen und durch sarkastische Parodien in den Dreck gezogen. Wurde ja mal Zeit, dass "Top Gun" und Nachfolger mal unter Beschuss geraten.
Die Filmmusik ist sehr modern, passt aber sehr gut. Die Kulisse ist ebenfalls ordentlich und realistisch. Nur die Ausstattung wirkt leider ein bisschen billig. Die Atmosphäre ist meist belustigend und heiter, ist damit also gelungen. Alles in allem ist der Film technisch solide gemacht.
Die Darsteller sind ordentlich und amüsant. Alle Zimmerbewohner haben ihre Macken und sind durchaus liebenswert konstruiert. Vor allem Axel Stein als Ufo und Kailas Mahadevan als Nefzat sind überaus belustigend.
Regisseur Granz Henman liefert mit "Kein Bund fürs Leben" einen seiner ersten Filme ab, kann den Film aber technisch solide umsetzen. Aber vor allem beim Timing der Gags unterlaufen ihm einige katastrophale Fehler.
Der Film ist vor allem für Trash-Fans empfehlenswert, aber auch für jeden normalen Zuschauer, der niveaulose Unterhaltung für zwischendurch sehen will. Zu erwähnen wäre noch, dass die trashige Bundeswehr-Klamotte nicht halten kann, was die Trailer versprechen, da diese bereits die besten Gags vorwegnehmen.
Zusammenfassend ist "Kein Bund fürs Leben" eine mittelmäßige, trashige Bundeswehr-Klamotte mit guten Darstellern, einem soliden Unterhaltungswert und einer unglaublich dämlichen Story.

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