Realistische Filme über psychische Kranke sind nicht unterhaltsam, und dies ist ein sehr realistischer Fernsehfilm über eine 42-jährige Frau, die 18 Jahre Behandlung wegen schizophrener Paranoia hinter sich hat und endlich auf ein neues Medikament positiv anspricht, aber dennoch genügend Probleme hat, sich im Leben mit Tochter, Mutter, Schwester und Liebhaber zurecht zu finden. Am Anfang sind die Darstellungen der Krankheit schwer zu ertragen, später kippt der Film dann leider auch ins Sentimentale und fast Kitschige. Aber was den Film auf alle Fälle für Filmfreunde ansehenswert macht, ist die überragende schauspielerische Leistung von Diana Ross. Diese leider selten in ihrer Bedeutung gewürdigte Schauspielerin, konnte schon als drogen- und alkoholabhängige Sängerin Billie Holiday in "Lady sings the Blues" überzeugen (Oscar-Nominierung), ebenso in "Mahogany". Daneben war sie leider nur in der verpfuschten Verfilmung von "The Wiz" und dem unbedeutenden Fernsehspiel "Double Platinum" zu sehen. Diese Fernsehproduktion sollte man kennen, um die ganze Diana Ross würdigen zu können, die ansonsten hinter dem Klischee der Diva verschwindet. Außerdem zählt der Film natürlich zu den wenigen ernsthaften Auseinandersetzungen mit dem verdrängten Thema der psychischen Krankheit, aber zugegebenermaßen würde auch ich mir das freiwillig nicht ansehen, wenn nicht der Köder einer prominenten Schauspielerin den Anreiz gegeben hätte.