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Acht Jahre nachdem Angela bei einem Bootsunfall einen Teil ihrer Familie verlor, sitzt sie mit ihrem Cousin Ricky im Feriencamp Arawak. Vom Wasser hält sie sich ebenso fern wie von allen anderen Aktivitäten. Ihre Schweigsamkeit stößt nicht bei allen dort auf Verständnis, immerhin Rickys Freund Paul scheint sie sich etwas zu öffnen. Währenddessen fallen nach und nach sich im Lager aufhaltende Jugendliche einem Killer zum Opfer.

Ein See, ein Camp, keine Hockeymaske. Auf den ersten Blick mag man sich an die "Friday the 13th"-Reihe erinnert fühlen. Doch der von Robert Hiltzik inszenierte Film geht dann doch andere Wege. Was nicht immer positiv zu werten ist.
Fast alle im Camp verhalten sich wie Idioten. Angefangen von den meisten „Insassen“ bis zu den dort arbeitenden Personen. Es gibt Ausnahmen, aber den meisten Leuten dort möchte man alsbald eine mitgeben. Der widerliche Typ aus der Küche ist da nur ein Beispiel, Judy und ihre Besessenheit hinsichtlich Angela kommt dazu. Angelas Tante ist schräg, die Leitung wird handgreiflich. Nach einer Weile hat man den Eindruck, das Teil sollte lieber „Camp Arkward“ heißen. Vielleicht auch, weil „Sleepaway Camp“ schamlos vor Augen führt, was an der Mode der 1980er alles falsch war.
Dazu zieht sich der Streifen immer wieder mal, plätschert oft dahin und wiederholt sich in seinen Abläufen. Den Halbstarken bei ihrem beknackten Treiben zuzusehen ist eben auch nicht abendfüllend. Und viel mehr fällt dem Streifen oft nicht ein, abseits der paar Kills, die er präsentiert. Diese sind wenig explizit und finden an sich meist außerhalb des Bildes statt. Man bekommt das Ergebnis zu sehen und hier gibt es dann doch ein paar gelungene Effekte.

Und mutet die Auflösung auch zuerst nicht sonderlich überraschend an, findet sich hier ein verstörend komponiertes Schlussbild, das man diesem teils recht lahmen Slasher gar nicht zugetraut hätte. Das Bild ist durchaus memorabel und lässt sich nicht so schnell von der Netzhaut wischen. Über die Interpretation und eine dadurch eventuell andere Lesart des Films kann man streiten. Dass die letzte Minute allein aufgrund seiner visuellen Inszenierung in Erinnerung bleibt, nicht.

„Water under the bridge.“

Bei aller Liebe zu dem Jahrzehnt, aber die 80er konnten echt schlimm aussehen. „Sleepaway Camp“ führt einem dies vor Augen und ist ansonsten über fast die gesamte Laufzeit kein besonders herausragender Genrebeitrag. Er ist weder sonderlich hart, spannend, gut gespielt oder kreativ. Außer am Ende, ganz zum Schluss. Und dafür bleibt er in Erinnerung.

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