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Camp Arawak - irgendwo in den USA . Die schüchterne Angela fährt mit ihrem Cousin Ricky das erste mal in ein Feriencamp um dort den Sommer zu verbringen . Doch von Beginn an wird das schweigsame Mädchen zum Opfer von mobbenden Mädchen und Jungen und zum Ziel ihres Spots . Zum Glück kümmert sich nicht nur Ricky um Angela , sondern auch noch ein Junge , der sich in sie verliebt und dem sie sich schließlich öffnet . Und nicht nur Ricky und ihr Verehrer scheinen sich um Angela zu sorgen , denn plötzlich passieren all den Leuten , die sich an dem Mädchen vergehen , seltsame Unfälle . Oder haben diese doch eher mit einem Bootsunfall zu tun , der vor ein paar Jahren geschah ? ... 

Irgendwie kann ich gar nicht verstehen , dass " Blutiger Sommer " immer so dermaßen gescholten wird . Im Grunde ist er ein netter kleiner Slasher aus dem " Golden Age of Slasher " vom Beginn der 1980er Jahre , dem das Gefühl dieser Zeit aus jeder Pore tropft . 
Sommercamp , bedruckte T-Shirts , Baseball , Bogenschießen , Campaufsicht , schreiende Kinder in Holzhütten . 
Natürlich schafft es " Blutiger Sommer " nicht in die Oberliga der Slasher , dafür kann er mit ein paar Besonderheiten aufwarten , die ihn auf jeden Fall aus der Masse herausstechen lassen . So ist es wirklich erfrischend zu sehen , dass in einem Slasher Jugendliche mal wirklich von Jugendlichen gespielt werden und dass nicht jeder Anschlag gleich mit dem Ableben des Angegriffenen endet , sondern es sogar Überlebende gibt , sowie dass das Camp dank zahlreicher Statisten auch belebt wirkt . Und auch ein gewisses Rätselraten , wer denn der Mörder ist , ist möglich , wobei es gut gewesen wäre noch ein paar mehr Verdächtige einzuführen oder wenigstens zu erwähnen , was " Blutiger Sommer " zum ersten Whodunit-Slasher hätte werden lassen . 
Schuld an der relativen Unbeliebtheit dürften die - wohl budgetbedingt - nicht sehr grafischen Morde gewesen sein , die meist gar nichts zeigen und eher das Endresultat präsentieren , der holprige Spannungsbogen und , dass eine Geschichte im Umfeld eines Sommercamps schon damals nichts Neues mehr war . Im deutschen Sprachraum kam dann wohl noch die Tatsache hinzu , dass der Film meist nur in absolut schrecklicher Bildqualität zu bekommen war .  
Doch was früher abgenudelt war , ist heute unter nostalgischem Aspekt durchaus unterhaltsam und das viel genannte ( und mich komplett überraschende ) Schlussbild ist selbst heute noch wirklich verstörend ... 

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