Alle Kurzkommentare


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Düsterer Science-Fiction-Horror, der Snuff und die Sucht nach Gewaltkonsum thematisiert. Der Plot spinnt konsequent die Wirkung dieses Konsums auf die menschlichte Natur weiter, macht daraus allerdings keine verbal-intellektuelle Reflexion, sondern bedient sich der Sprache der visuellen Darstellung.  Die Ekeleffekte wirken dabei leider aufgesetzt und berauben in diesen Momenten den Film seiner Faszination. So kritisiert Cronenberg zwar Gewalt zu Unterhaltungszwecken, nutzt sie aber allzu offensichtlich und selbstzweckhaft als eigenes Unterhaltungselement. Dennoch überzeugend in seiner Atmosphäre und gut gespielt.

6

Videodrome greift das hochaktuelle, brisante Thema auf, wie einfach es ist Menschen zu manipulieren. Relativ beeindruckend sind die Spezialeffekte und die Ideen dazu. Weniger positiv der Storyverlauf, ab der zweiten Filmhälfte wird haarig: Der Zuschauer kann nicht mehr beurteilen, was real ist und was nicht. Auch das Ende ist mir zu abrupt. Da hätte man sicher viel mehr draus machen können... Fazit: Überbewertetes, geistig verschobenes Werk. Wäre thematisch sicher eine Neuverfilmung wert. (6/10)

4

Ich kann mich der herrschenden Meinung nicht anschließen und bin von diesem absurden Cronenbergschocker nicht allzu begeistert. Es sind sicherlich ein paar interessante Kernaussagen über den Einfluss des Mediums Fernsehen auf die Gesellschaft und unsere Wahrnehmung von Gewaltdarstellungen auf dem Bildschirm in der wüsten Geschichte enthalten. Viele der Auswüchse des "neuen Fleisches" sind ausgesprochen originell und wurden nicht ohne Hintergedanken ersonnen, beispielsweise der zum Videorekorder umfunktionierte Torso, in den Kassetten aus pulsierendem Fleisch eingelegt werden, während die Öffnung frappierende Ähnlichkeit mit einer Vagina besitzt. Aber die Effekte von Rick Baker sind durch die Bank weg erstaunlich schwach und sehen zu sehr nach Gummi aus. Zudem wuselt sich James Woods eher unbeholfen durch die unterkühlt wirkende Parade der Mutationen und Deformierungen. Da ist DIE FLIEGE der um Längen bessere Körperhorror.

10

Nur schwerlich in eine Schublade zu steckender Near Future Thriller von Cronenberg, der sich diesmal der mannigfaltigen Manipulationsmöglichkeiten der Medienwelt annimmt. Mit seiner vielschichtigen Story (zumal sich permament Realität und die durch "Videodrom" erzeugte Vision vermischen) und vielen surrealistischen Einlagen ist der Film beim ersten Ansehen kaum vollständig zu erschließen, aber dank einem grandiosen James Woods in der Hauptrolle und diversen kruden FX kommt auch der sagen wir mal geistig nicht so bewegliche Zuschauer dennoch auf seine Kosten. Fazit: zugleich kunstvoll verschachelte Medienkritik und düsterer SF-Horror - besser geht´s nicht!

9

"Videodrome" ist blutiger Körperhorror Marke Cronenberg, mit James Woods adäquat besetzt und perfekt inszeniert. Zudem ist der Film einer der wenigen gesellschaftskritischen Beiträge zum Horror-Genre, die es schaffen, ihre Botschaft nicht in den roten Fluten untergehen zu lassen. So ist "Videodrome" kein plumper Horrorstreifen, sondern vielmehr eine radikale Anklage gegen die heutige, von dem Medien versklavte, Welt.

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