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Seien wir doch mal einen Moment ganz ehrlich zu uns: nach all dem Käse, den die inzwischen wohl lebergeschädigte Lindsay Lohan in den letzten Jahren für die Klatschpresse produziert hat, war „Ich weiß, wer mich getötet hat“ spätestens dann D.O.A. als herauskam, daß sich die Just-Volljährige als Stripperin hergegeben hat.

Was wiederum ein prima Marketingschachzug sein könnte, denn die Vorstellung, die Gute räkelt sich jetzt auch im DVD-Format mit Korsage und Strapsen an irgendwelchen Stangen (und nicht nur auf Youtube), ist so ziemlich das vielversprechenste Pfund, mit dem dieser „Horror“-Thriller überhaupt wuchern kann.

Der Rest, also die Story, die darstellerischen Leistungen und die Wendungen und Twists, sind leider allerunterste Schublade, höflich gesprochen; der allenfalls softfeuchte Traum eines Debutdrehbuchschmierers und eines C-Regisseurs aus Genreklo: die garantiert augenbrauensträubende Story von der Teenagermaus, die von einem Mörder entführt und gefoltert wird, um ihm hand- und beinamputiert zu entkommen und dann als identitätsgewandelte Stripperin aus dem Heilkoma zu erwachen.

Diese Storyline genügte schon, um die arme Lohan in die tiefste Hölle zu verdammen, denn das ist nun wirklich deutlich unter ihrem Niveau – so ging natürlich die Klatschpresse. Nur: neutral betrachtet wird dieser Quark leider auch nicht besser.

Ohne Vorwarnung oder Figurenzeichnung wird man in die Story gekippt, die sich dann hauptsächlich durch irritierende Handlungen der Haupt- und Nebencharaktere auszeichnet. Lohan hatte wohl hauptsächlich Interesse an dem scheinbar gespaltetenen Charakter, kriegt aber, deutlich gezeichnet, weder das brave Girl (dazu sieht sie zu fertig aus), noch die laszive Wohnwagenschlampe (dazu ist sie zu gelangweilt und mimisch eingefroren) einigermaßen hin. Die Räkelszenen an der Stange dürften, noch ins Unerträgliche durch Zeitverzögerung gesteigert, die erotische Bauchlandung des Jahres sein, denn so ungelenk, steif und fertig kam nicht mal Demi Moore in „Striptease“ rüber.

Ansonsten herrscht das pure Klischee, Mom, Dad, der Freund in spe, die Klischeecops und Bundesbeamten, dazu ein Mystery, das nie richtig entwickelt wird, aber auf den letzten 25 Filmmetern mit einer Erklärung daher gewackelt kommt, daß einem die Schuhe wegfliegen.
Noch dazu entpuppt sich der Mörder als relativ motivloser Nebencharakter, dessen Vorgehensweise niemals herausgearbeitet oder begründet wird, aber das ist bei dem aufgesetztem Gewimmel hier sowieso bald nebensächlich. Spannung oder Blut gibt’s wenig, dafür die unglaublichste Heilung Koma, Amputationen usw., seit Lazarus von Jesus auf ein Bierchen rausgebeten wurde. Den Käse mit den steckdosenaufgeladenen Wunderprothesen, die binnen Minimalzeit mit Perfektion benutzt werden, ganz zu schweigen.
Wer Lust hat, kann ja mal planen, wie die Zeitabläufe und Distanzen in diesem Film zu berechnen sind.

Alles in allem nicht der schlimmste Film, der je produziert wurde, aber dennoch ein Rätsel, ob bei der Besetzung der Hauptrolle nicht eventuell doch Erpressung im Spiel war oder die Gute im Alkrausch das Skript überflogen hat. C-Käse, der niemals ein Kino von innen hätte sehen dürfen. (2/10)

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