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Nun – mit dem Vorgänger hat „The Cellar Door“ nur den deutschen Titel und die Thematik gemeinsam. Ein Psychopath entführt Frauen und sperrt sie in einen selbstgebastelten Käfig in den Keller. Er spricht mit ihnen, versorgt sie und beobachtet sie. Bis er eines Tages an Rudy gerät... die junge Frau fügt sich zunächst ihrem Schicksal, bekommt aber schnell raus wie der Hase läuft und dreht den Spieß um – bis es eskaliert... Ähnlich wie bei „Broken“ kommt der Film mit recht wenig Schauspielern aus. Herman, der Psycho – Rudy, die Gefangene. Klar – haben wir noch Jennifer (Rudys Vorgängerin) – die Freundin von Rudy, die natürlich nach der Verschwundenen sucht – und eine nette Verkäuferin aus dem Supermarkt – wo Herman immer einkauft... Nun – dies ist KEIN Splatterfilm oder Folterfilm im Sinne von Hostel – wer das aufgrund des Covers dies denkt, wird vielleicht schnell enttäuscht. Denn brutale Folterhandlungen sucht man vergeblich – der Horror ist hier rein psychologischer Natur – und das macht „The Cellar Door“ so unangenehm brutal. Warum Herman das macht und was er vorhat bleibt lange im dunkeln – ist der Mann nur ein perverser „Forscher“, ein „Sexualstraftäter“ oder nur einfach „einsam“? Er ist an sich immer freundlich, sorgt sich um seinen „Gast“, kocht, wäscht die Wäsche... versucht den „Aufenthalt“ so angenehm wie möglich zu machen... Dass Rudy das nicht will – ignoriert er einfach. Das der Mann krank ist – ist spätestens klar, als er alles von seiner „Freundin“ sammelt (und zwar alles : von den Fingernägeln bis zur Sch... naja!). Doch Rudy gibt sich nicht geschlagen – sie beginnt den Spieß umzudrehen und versucht Herman zu manipulieren... Die Spannung kommt durch das differenzierte Psycho Duell – Herman, der eigentlich wie der „nette Nachbar“ wirkt – neigt auch zu unkontrollierten (und hier wird der Film auch blutig!) Wutausbrüchen – ist aber sonst eigentlich immer freundlich. Das macht den Charakter sehr beängstigend. Dem Zuschauer geht es hier ähnlich wie Rudy – man weiß nie, was er als nächstes tut... Das Duell steigert sich bis zum Finale – bei dem einige (auch Unbeteiligte) auf der Strecke bleiben... Schauspielerisch ist der Film in Ordnung – die Hauptdarsteller machen ihre Sache gut und glaubhaft. Der Look ist dreckig und erinnert an die kalte Atmosphäre von Hostel und Konsorten. Das Buch ist nicht dialoglastig und lässt oft die Bilder für sich sprechen... An sich ein gelungener Thriller, der erst im Nachhinein seine volle Kraft entfaltet und unsere „freundlichen Nachbarn“ in einem anderen Licht erscheinen läßt...

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