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Das die Bücher von Michael Crichton nicht immer leicht zu verfilmen sind, und nicht jede Verfilmung ein "Jurassic Park" sein kann, dürfte bekannter sein. Trotzdem versuchen sich immer wieder Produktionsfirmen daran und liefern dabei Filme ab wie "Congo", "Der 13. Krieger" oder "Timeline". In diese Reihe der misslungenen Buchverfilmungen reiht sich ohne Probleme auch der mit Stars gespickte "Sphere" ein, der aber weniger an der Unverfilmbarkeit des Romans scheitert, sondern viel mehr an dem von Kurt Wimmer geschriebenen Drehbuch und der Regie von Barry Levinson, der einem den Eindruck vermittelt, er hätte noch nie einen Film gedreht und weis daher nicht wie man Spannung erzeugt, leider gilt dieses Argument bei einem erfahrenen Mann wie Levinson aber nun wirklich nicht.

Die Story zu beschreiben fällt recht leicht, ihren Sinn zu verstehen dürfte dagegen ein Ding der Unmöglichkeit sein, da Levinson sich entschieden hat den Film episodenhaft zu inszenieren und somit nie der Eindruck entsteht man sieht ein fortlaufende in sich schlüssige Handlung.
Auf dem Grund des Pazifik wird ein Raumschiff mit einer Länge von über einem Kilometer gefunden. Man schickt nun ein Wissenschaftlerteam runter um das Ding zu begutachten und untersuchen. Warum man dazu ausgerechnet eine Gruppe Wissenschaftler benutzt, die noch dazu aus einer, von Dr. Norman Johnson (Dustin Hoffman) aus einer Schnapslaune heraus zusammengestellten Crew besteht, bleibt fraglich ist aber nicht das einzige was verwirrt und verärgert. Man stellt schon bald fest, dass das Ding aus der Zukunft kommt, von den Amerikanern gebaut wurde und aus dem All eine lustige goldene Kugel mitgebracht hat, die "alles spiegelt was sie will", was aber zumeist nicht die menschliche Crew ist. Die hat schon bald andere Probleme, denn sie sind in ihrer Unterwasserstation von der Außenweltabgeschnitten und zu dem gibt einer nach dem anderen den Löffel ab. Natürlich hängt das alles mit der Kugel zusammen doch den Zuschauer dürfte das wenig interessieren, da er eh nichts über Hintergründe und Beweggründe erfährt.

Levinson wollte wohl den Film in der Struktur eines Buches halten, anders ist die grandios danebengegangene Unterteilung des Films in Kapitel nicht zu erklären. So gibt es dann alle 10 Minuten einen neuen Zwischentitel und man kann sich sicher sein, das sämtliche Spannung die sich im letzten Kapitel aufgebaut hat im nächsten wieder weg ist. Dazu haben die Kapitel nahmen wie "Das Monster" was natürlich auch wieder jede Spannung nimmt, da man wohl damit rechnen kann das es in den nächsten 10 Minuten ein Monster zu sehen gibt. Gut man sieht es nicht, aber es ist wohl irgendwo da draußen und soll eine Art Riesentintenfisch sein. Warum man es nicht sieht ist auch wieder eine dieser Fragen, die unbeantwortet bleiben.

So hangelt sich der Film von Episode zu Episode bis am Schluss von der Crew nur noch drei übrig sind, bei denen es sich natürlich um die drei Stars des Films handelt, als da währen: Dustin Hoffman, Sharon Stone und Samuel L. Jackson. Diese drei sind übrigens einer der schlimmsten Fälle von Fehlbesetzung die das Kino in den letzten Jahren durchgemacht hat. Dustin Hoffman spielt den Wissenschaftler, der von nichts eine Ahnung hat mit einer schon fast unglaublichen Lustlosigkeit. Sharon Stone, die mit wenig eleganter Kurzhaarfrisur überrascht, befindet sich zumeist irgendwo in einer Mischung aus Hysterie und Suizidgefahr und Samuel L. Jackson als Mathematiker scheint den ganzen Film unter Drogen zu stehen anders sind die Schauspielerischen Fehlversuche wohl kaum zu erklären, Highlight hierbei ganz eindeutig sein Gesicht als er nach seinem Besuch in der goldenen Kugel erfährt, das sein Essen aus Tintenfischen besteht. Das ist eine Gesichtsakrobatik, mit der selbst ein Jim Carrey nicht mithalten kann.

Während der Film also langsam vor sich hinplätschert die Crew immer mal wieder im Raumschiff ist, das verdächtig an die „Event Horizon“ erinnert, oder sich in der Forschungsstation gegenseitig auf die Weichteile geht, stellt sich der Zuschauer immer mehr die Frage was er da eigentlich gerade anschaut, denn es gibt weder eine gelungene Atmosphäre noch will Spannung aufkommen, dafür gibt es viele banale Gespräche, die einen an der Kommunikationsfähigkeit der Wissenschaftler zweifeln lassen, es gibt die erwähnten Toten, die aber zumeist eher Nebensache sind und es gibt zwischendurch immer mal wieder ein paar zwar nett anzusehende Special Effekts wie etwa eine Schwarm Quallen, aber das war es dann auch schon. Dazu kommt eine Auflösung der Story, die einen vollends verzweifeln lässt. zudem wünscht man sich als Zuschauer das man ebenfalls eine Wünsche erfüllende Kugel neben dem Fernseher stehen hat, die es einem ermöglicht alles, was man hier als langatmige und cineastisch gewaltig vergeigte Sci-Fi Thriller Mixtur gesehen hat, zu vergessen.

Neben den erwähnten offenen Fragen, die der Film gleich in großer Menge präsentiert bleibt wenig hängen nach 2 Stunden "Sphere". Irgendwie wird man den Eindruck nicht los, das Levinson eine Art Abyss drehen wollte, aber sich nicht richtig getraut hat. Zudem darf man anzweifeln ob er überhaupt der richtige Mann war um einen Sci-Fi Thriller zu drehen, denn Spannungsaufbau und Atmosphäre scheint er in keinster Weise zu beherrschen, wen wundert es da, dass sich auch die Top Besetzung nicht in den Film rein hängt. Man wird irgendwie den Eindruck nicht los, das die Schauspieler ähnlich verwirrt vor dem Drehbuch saßen wie auch der Zuschauer und sich wohl die ganze Zeit gefragt haben, was sie da eigentlich drehen.
So ist "Sphere" nur eine weitere gründlich misslungene Romanverfilmung, die absolut nichts neues für das Sci Fi Genre bereit hält und sich zu dem auch noch schlecht bei bekannten Werken bedient. Am besten Finger weg von diesem langweiligen und langatmigen Debakel. Außer natürlich man möchte mal sehen wie sich drei Top Stars um ihren guten Ruf bringen. 3 von 10 Punkten.

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