Basierend auf der Manga-Serie „Piano no Mori“ von Makoto Isshiki entstand 2007 unter der Regie von Masayuki Kojima diese Verfilmung. Der Anime erzählt von dem Grundschüler Shuhei, der aus Tokio mit seiner Mutter vorübergehend in eine Kleinstadt zieht, um sich der kranken Großmutter anzunehmen. Der Junge ist ein fähiger Pianist und freundet sich bald mit Kai an, der dem Instrument ebenfalls zugeneigt ist. Kai erzählt Shuhei von einem Piano im nahegelegenen Wald, welches nur er zum Klingen bringen kann.
Und so finden sich die beiden bald auf der Lichtung wieder, auf der das Instrument postiert ist und es stellt sich bald heraus, wem dieses denn gehört. Oder mal gehört hat. Wirklich festnageln kann man „The Piano Forest“ auch nicht auf solche Punkte, dazu macht er zu viele Fässer auf. Der durch einen Unfall aus der Karriere geworfene Ex-Starpianist, das eigenwillige Piano im Wald, der Druck der Eltern auf musizierende Kinder, der Umgang mit Konkurrenz, die unterschiedliche Herangehensweise zum Erlernen eines Instruments.
Letzteres schwingt dabei immer wieder mit, da trifft das Naturtalent Kai auf den von seiner Mutter mit Ehrgeiz geimpften Shuhei und beide letztlich auf den Musiklehrer Sosuke. Sich überwiegend mit diesem Trio beschäftigend, ist es nicht so leicht, eine wirkliche Sympathiefigur auszumachen. Dazu werden die Charaktere auch nicht allzu tief beleuchtet. Kai tickt dauernd aus, Shuhei ist verbissen und Sosuke scheint sich durch seinen Unterricht vor allem selbst heilen zu wollen. Es prallen drei verschiedene Ansätze und Mentalitäten aufeinander, da entsteht mal etwas Reibung. Dramaturgisch bleibt es aber übersichtlich, obwohl sich Zeit genommen wird, die Motivationen der drei zentralen Figuren zu beleuchten.
Doch spielt all dies auch auf den Umgang mit der Verwirklichung von Zielen an. Die Message, seinen eigenen Stil zu finden, um diese zu erreichen, ist nicht neu und lässt sich abseits des hier verarbeiteten Themas ebenso auf andere Lebensbereiche übertragen.
Eingefangen wird all dies in einem gefälligen visuellen Stil und mit erwartbar gelungenen musikalischen Einlagen. Zwar beschränkt man sich auf bekannte Komponisten und Stücke, für Anhänger der Musik ist es trotzdem mal schön, diese als tragendes Thema behandelt zu sehen und zu hören.
Ehrgeiz entspringt verschiedenen Quellen, Ziele erreicht man je nach persönlicher Entwicklung auf unterschiedliche Weise. „The Piano Forest“ ist trotz gelungener audiovisueller Präsentation dramaturgisch recht flach und gibt seinen Figuren nicht so viel mit, wie es hätte können. Plätschert nett dahin, wie eine Fingerübung zum Aufwärmen.