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Der Mittdreißiger Matthew und seine Frau Annie leben mit ihrer kleinen Tochter in einem gediegenen Einfamilienhaus in einer typisch amerikanischen Vorortsiedlung. Ihr bürgerliches Leben wird jedoch zutiefst erschüttert, als es in der gesamten Region zu einem Stromausfall kommt: Plötzlich bestimmen Misstrauen, Feindseligkeit und unkontrollierte Aggression das Verhalten der Menschen. Als die Situation sich immer weiter zuspitzt, beschließen Matthew und Annie, gemeinsam mit Matthews altem Freund Joe die Gegend vorübergehend zu verlassen - ein Fluchtversuch mit fatalen Konsequenzen.

Schade, schade, was für eine verschenkte Chance. The Trigger Effect beleuchtet ein wirklich interessantes Szenario eines tagelangen Stromausfalls, das in der Filmgeschichte noch relativ frisch ist. Aber anstatt den Zuschauer in eine beklemmende Situation zu bringen, das sich jeder selbst hinterfragt, wie man selbst in einer solchen Situation verhalten würde, bringt man ein lahmes TV-Lüftchen mit einer maximal 5 Watt hellen Trübfunzel beleuchtet, selten schwachen Charakteren und einer Handlung die so nur zustande kommt, weil sich alle Charaktere so dumm und unrealistisch wie nur irgendmöglich verhalten.
Da wären allein schon die Hauptfiguren, von denen ich keine ansatzweise sympathisch oder nachvollziehbar fand. Das geht beim Ehepaar los, bei dem er ein weicheiiger Pantoffelheld ist der ständig im falschen Moment sein Klappe aufreißt und sich nicht gegen den unerwünschten Gast (seiner Frau) durchsetzten kann. Sie ist eine ganz tolle, die trotz Baby ständig raucht, säuft, zickt und mit ebenjenem Freund rumknutscht, aber selber ständig mit dem erhobenen moralischen Zeigefinger durch die Gegend rennt. Der Gast selbst bleibt vor Ort und nutzt angetrunkene Frau aus, obwohl Mann ihn deutlich nicht leiden kann, Freund wird später angeschossen und ich soll ernsthaft mir sorgen um den Trottel machen? Dann gibts noch den arschiken Michael Rooker, der als schmieriges Zwielicht geschildert wird, Leute anschießt, um am Ende zu behaupten er wollte nur eine Mitfahrgelegenheit, lächerlich, nicht mal seine verdiente Strafe bekommt er. Sorry, aber mit diesem Trümmerhaufen an Gestalten hab ich weder Mitleid noch Interesse an deren Schicksal.
Genauso blöde sind die gezeigten Aktionen. Mag ja sein das nach mehrtägigem Stromausfall Einbrüche und Plünderungen, um sich greifen, aber im Film ist die Polizei gleich zur Stelle, als der jugendliche Einbrecher erschossen wird und scheint die Lage generell unter Kotrolle zu haben. Was macht unser dusseliges Pärchen also anstatt einfach die kurze Zeit zu warten und vielleicht das Haus mit Möbeln o.ä. zu sichern,  nimmt das Kind und fährt ins Ungewisse wohl wissend das der Sprit nicht zum Ziel reicht und hat sich den folgenden Schlamassel selbst eingebrockt. Dann läuft der Mann später stundenlang zu einem Farmhaus um Hilfe zu holen, während man als Zuschauer großflächig ein AKW im Hintergrund sieht, das mit Sicherheit auch über eine medizinische Abteilung verfügt. Man könnte wirklich stundenlang sich über das blöde Script weiter auslassen, hier stimmt fast überhaupt nichts.
Zur Ehrenrettung sei höchstens noch gesagt, das die zweite Filmhälfte nicht ohne Unterhaltung war und ich sogar selbst ein wenig ins Nachdenken gekommen bin aufgrund der Ausgangssituation. Aber nachdenken über die Strory in der gezeigten Form bringt lediglich unnötig die verbliebenen Gehirnzellen zum kollektiven Aufschrei. Trigger Effect gehört eindeutig in die Kategorie verpaßte Chance. Ärgerlich, ärgerlich.
3/10

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