Truffaut macht Hitchcock... einmal noch!
In seiner (leider) letzten Regiearbeit setzte Francois Truffaut Alfred Hitchcock, seinem größten Vorbild und seiner stärksten Inspiration, nochmal ein Denkmal - und sich selbst aber irgendwie auch direkt mit... Wir folgen in "Vivement dimanche!" einer neugierigen und selbstbewussten Sekretärin, die in einem brisant-verzwickten Mordfall selbst Nachforschungen startet und einiges über ihren Chef erfährt...
Eine augenzwinkernde Treibjagd
Truffauts "Aus Liebe und Tod" (doofer deutscher Titel) ist nicht sonderlich komplex oder episch - aber ein verdammt stilsicherer und punktierter Krimi, der alte und neue Schule verbindet. Die Kameraarbeit und Bildsprache ist unerschütterlich und präzise. Man merkt, dass hier ein Meister abtritt - und dieser einem weiteren Meister die Ehre erweist und zugleich sein eigenes Schaffen rund abschließt. Die Geschichte macht Sinn und ist spannend. Die Leichen stapeln sich schnell. Die Laufzeit wird konsequent genutzt. Null Fett. Alles hat genauso Fallhöhe wie Verspieltheit. Und Pacing und Balance sind, ich muss mich da wiederholen, schlicht meisterhaft. Man merkt einfach, dass hier ein Könner und Vollendeter die Strippen zieht. Und man begibt sich gerne in seine Fänge. Das ist französisch, das ist amerikanisch, das ist zeitlos und universell. Fanny Ardant ist ein Geschoss und eine echt moderne Frau. Und das gesamte Ding fühlt sich an, als wäre es seiner Zeit weit voraus gewesen - und das, obwohl man eigentlich zurückgreift... Stark.
Fazit: Truffaut der Filmnerd, Truffaut der Stilist, Truffaut der Krimiexperte, Truffaut der Hitchcock-Fan... Truffauts Letzter. Würdig.