So dann will ich mich auch einmal an einer Review dieses, zugegeben recht aussergewöhnlichen Film, versuchen.
Auch wenn die bisherigen Bewertungen den Film in höchsten Tönen loben, so kann ich mich diesem leider nicht anschließen.
Meine Erwartungen waren recht gross, auch wenn ich im Vorfeld versuche ausser de Story nichts weiter vom Film zu erfahren, damit die Grundeinstellung zum Film nicht voreingenommen ausfällt.
Paul Thomas Anderson serviert uns hier alles andere als Popkorn-Kino.
Mit seinen bisherigen Filmen wie Boogie Nights und Magnolia konnte ich durchaus anfreunden, von daher war ich auch hier sehr gespannt.
Die Story geht träge und ohne grössere Höhepunkte voran, was ja nicht unbedingt schlecht sein muss und zwangsläufig kein Minuspunkt sein soll.
Betrachtet man aber das grosse Ganze, ist der Film doch recht zäh und langweilig und bietet nicht mehr Unterhaltung als eine druchschnittliche Bonanza-Folge.
Sicher ist die Story und das damit verbundene "Vor-Augen-Halten" des Profits um jeden Preis und das verlieren der eigenen Menschlichkeit allgegewärtig, aber hätte sicher besser umgesetzt werden können.
Was mir an diesem Film allerdings am meisten aufstösst, ist der Score, welcher weniger Musik, eher ein Aneinanderreihen von nervigen Soundelementen ist und einem echt das Hirn weich kocht.
Sicher kennt man solche Elemente von Kubriks Filmen (z.B. Shining), allerdings wird dies dort dosiert eingesetzt und passt einfach nur zur Szene.
Hier wird man aber den ganzen Film über mit üblen Gedudel belästigt, was mich wirklich das Ende des Films erhoffen lies.
Zu den Schauspielerlesitungen: Daniel Day Lewis ist über jeden Zweifel erhaben. Schauspielerisch spielt er auf sehr hohem Niveau, wie auch schon bei Gangs of New York.
Gerade im Finale des Films, welches übrigens namensgebend für den Film ist, kann man die Entscheidung der Oscar-Academy nachvollziehen, welche Ihm dem Oscar für diese Leistung zugesprochen haben.
Die Dialoge sind sicher passend zum Film, allerdings oft ziemlich platt, wie ich finde. Man versucht einen pseudointellektuellen Eindruck zu erwecken, was aber nicht gelingt.
Paul Dano nervte in diesem Film ganz besonders, daher war es eine kleine Genugtuung, das er am Ende des Films ........ :-)
Ständiges Kirchengerede und eine total homosexuelle Art (soll jetzt überhaupt keine Homosexuellen angreifen!) nervt tierisch und die Austreibungsszenen ala "der Exorzist", gepaart mit dem extrem nervigen Score, haben mich mehrfach überlegen lassen doch vorschnell das Kino zu verlassen.
Einige Dinge im Drehbuch erschliessen sich mir auch nicht wirklich, zB. warum der Sohn nach der Explosion wie ein anderer Mensch ist gegen jeden aggressiv reagiert.
Sicher ist der Verlust des Gehörs schwer zu verkraften, aber ab dieser Szene ist der sonst so nette Junge wie ausgewechselt und total unberechenbar.
Nun ja, kam vielleicht nur bei mir nicht an!
FAZIT: Hervorragender Daniel Days Lewis, Paul Deno dem man am liebsten sofort den Hals umdrehen würde, eine recht träge Story ohne spannende Elemente und der nervigste Score den ich je gehört habe.
Werde mir den Film sicher so schnell nicht wieder ansehen und kann Ihn auch nur empfehlen, wenn man nicht so leicht reizbar ist, was bei dieser Musikuntermalung ziemlich schwierig ist!
Bewertung 3/10
Auch wenn ich mit dieser Review sicher meine Vorrednern widerspreche, hoffe ich dennoch den Film so gut es ging beleuchtet zu haben.
Danke fürs Lesen!