Ich glaub, ich bin im falschen Film ...
oder
F*ck Uwe Boll!
Natürlich hatte auch ich viel Positives über "There Will Be Blood" gehört, aber die Aussicht auf 3 Stunden Daniel Day-Lewis'sches schweisstreibendes (Over-)Acting mich lange davon ferngehalten. Und dann war es ausgerechnet Trashologe Uwe Boll (!) in einem seiner hochamüsanten Interviews, der den Film als eine Ausnahme vom üblichen Hollywood-Stumpfsinn bezeichnete und mir so den finalen Impuls für eine Sichtung verpasste - danke, dafür!
Erstmal brauchte ich mehrere Anläufe, um den überhaupt fertig zu gucken ..!
Aber ich fand den nicht nur langweilig, sondern habe auch keine Ahnung, wo die vielgepriesenen Qualitäten - das Drama, die Dramatik, die Charakterentwicklung, ja, das EPOS - aufzuspüren sein sollen ..?!
Ich habe da einfach einem wortkargen Kerl zugesehen, der aussieht, wie aus der Uralt-Serie "Klamottenkiste" entsprungen, der nach Öl bohrt, irgendwann reüssiert, immer reicher und skrupelloser wird, dabei auch etwas säuft und mit seinem Adoptivsohn und irgendsoeinem Prediger-Jungchen hadert. Und am Ende gibts noch ein wenig Blut, was dann auch den im dem Zusammenhang fast reisserischen Titel rechtfertigen soll ...
Das mag ja als Geschichte in Ordnung gehen, aber warum derart unsäglich auf einen Zeitraum von über 2,5 Stunden ausgewalzt ..?! Das IST als Zeitdauer wahrhaft epochal, nur was, wenn der Inhalt diese nicht ausfüllt ..?!
Die wohlwollende Bewertung rührt daher, dass ich den Anspruch hinter dem Ganzen und gewisse cineastische Qualitäten (v.a. in der Bildgestaltung) sehr wohl erkenne - nur nützt das alles wenig, wenn man sich einen Grossteil der Zeit über langweilt ...