Review

"Mein Vater benimmt sich merkwürdig." ... "Meiner auch."

Der deutsche Regisseur Oliver Hirschbiegel, der mit "Das Experiment" und insbesondere "Der Untergang" mittlerweile internationales Aufsehen erregt hat, versucht sich mit einem weiteren Remake des "Körperfresser" Franchise.

Durch den Absturz eines Shuttles gelangt ein extraterrestrischer Virus auf die Erde. Einige Personen kommen durch verstreute Teile in Kontakt mit diesem Virus und wandeln sich über Nacht drastisch in ihrem Verhalten. Sehr schnell infizieren sich weitere Menschen. Auch die Psychologin Carol Bennell (Nicole Kidman) wird gewaltsam infiziert und versucht darauf hin verzweifelt wach zu bleiben, denn der Übergriff des Virus geschieht während des schlafens. Ihr Sohn Oliver scheint immun gegen die Infektion zu sein scheint. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Ben Driscoll (Daniel Craig) versucht sie ausserhalb der Stadt zu gelangen, wo die Menschen noch nicht infiziert scheinen.

Der Beginn ist spektakulär inszeniert. Man sieht Carol Bennell verzweifelt nach Medikamenten suchen während einige nicht sichtbare Personen lautstark gegen eine verbarrikadierte Tür schlagen, und versuchen diese aufzubrechen. Direkt im Anschluss wandeln wir zurück um den Grund dieser Geschehnisse zu erfahren.
Der Übergriff des Virus passiert schnell und präsentiert sich mysteriös und spannend, die Idee, den Virus erst zur Schlafenszeit zuschlagen zu lassen, wirkt neu und innovativ. Hierdurch kommt es zu zusätzlichem psychischen Druck nach der wissentlichen Infektion nicht einschlafen zu dürfen plus den Nebenwirkungen des Schlafmangels.

Die Schwachpunkte liegen bei der Umsetzung sowie der Unsicherheit, sich einem eindeutigen Genre einzugliedern. Ein paar Passagen sind viel zu actionreich und abstrus für einen Suspensethriller, zumal ganz besonders gegen Ende einige Aktionen der Charaktere völlig überzogen und unglaubwürdig wirken, beispielsweise wo Oliver seiner Mutter eine Spritze ins Herz jagt. Science fiction Elemente und ein paar Effekte sind zwar vorhanden, sind aber nur Mittel zum Zweck.
Ein paar hektische Schnitte fallen unangenehm auf, der Plot selbst ist sehr vorhersehbar und in der zweiten Hälfte gibt es immer wieder Phasen die sehr langwierig und schleppend wirken. Möglicherweise setzt hier die plötzliche und nicht verständliche Ablösung des Regisseurs durch James McTeigue ein.
Ebenso unpassend wie auch abrupt wirkt der Schluss, der natürlich, typisch amerikanisch, eine heile Welt zeigt, auch wenn der abschliessende Satz Verbitterung ausdrückt.

Schauspielerisch gibt es nichts außergewöhnliches zu sehen. Alle spielen Ihre Rolle souverän, soweit es ihre platten Charaktere eben hergeben. Charaktertiefe sucht man vergeblich, keine der Figuren sticht heraus oder entwickelt sich weiter. Ebenso verbleibt die Herkunft des Virus selbst und einige andere Details im dunklen.

Viele Details vermiesen "The Invasion", der Plot selbst und die Darbietung wirken unvollendet. Trotzdem ist wird man mit den knapp 90 Minuten Science fiction Horror Allerlei noch recht gut unterhalten. Für den Happen zwischendurch.

5 / 10

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