„Eine Fortsetzung ist eine Beleidigung für das Original.“ Sagt Miike. Nach dem Erfolg von DoA hat er es sich trotzdem nicht nehmen lassen, das totale Antisequel zu drehen.
Zwar benutzt er die gleichen Hauptdarsteller wie im ersten Teil, steckt sie aber in völlig neue Rollen in einer völlig neuen Umgebung in einer ganz anderen Handlung. Sie sind diesmal nicht einmal Gegenspieler.
Aufgewachsen im selben Waisenhaus, haben sie sich irgendwann völlig aus den Augen verloren, laufen sich aber wieder über den Weg, als sie zufällig als Gelegenheitskiller den gleichen Auftrag erledigen müssen. Nachdem erst mal ihre gesamte Kindheit in Rückblenden aufgewärmt wurde, beschließen sie, gemeinsam Morde an üblen Gestalten zu begehen um von dem dabei gewonnenen Geld Kindern in der Dritten Welt zu helfen. Das läuft auch zunächst ziemlich gut, aber das Schicksal gewährt ihnen natürlich keinen Tod an Altersschwäche.
Die Wildheit des ersten Teils blitzt hier nur selten auf, die Erinnerungsszenen werden vielerorts sogar mit den Werken Kitanos verglichen. Interessant wird der Film durch die völlig anderen Ansätze. Die beiden Akteure werden im Laufe der Handlung förmlich zu Racheengeln, moralische Grundfragen, wie sie bereits von Camus oder Sartre gern behandelt wurden, werden aufgeworfen: Ist es legitim einen „schlechten“ Menschen zu opfern, wenn es einer guten Sache dient? Wie viel ist ein Menschenleben wert und ist es möglich als Mörder seine Unschuld zu wahren?
Dumm nur, dass der Film auf gerade diesen Ebenen nicht wirklich funktioniert und es letztendlich doch die verrückten Einfälle sind, die ihn über den Durchschnitt erheben: Die Anfangsszene, in der Shinya Tsukamoto ziemlich passioniert mittel dreier Streichholzschachteln einen Bandenkrieg nachstellt. Der Betonklotz, den Aikawa hinter seinem Rücken hervorzaubert. Das Ende der beiden, die es sich nicht nehmen lassen, total zerschossen noch ein letztes Mal Nudeln mit Tofu zu essen.
Wieder mal sind es vorwiegend Anfang und Ende, die den Film retten, der vollkommene Triumph bleibt natürlich trotzdem aus. Nett, aber doch weit hinter dem ersten Teil.