Prikelnd-düsterer Sci-Fi vom "The Crow"-Schöpfer.
In einer ewig düsteren Stadt, die scheinbar kein morgen und kein gestern kennt, halten die "Fremden" die Fäden in der Hand. Die Fremden sind geisterhafte, emotionslose Gestalten, deren Gattung dem Untergang geweiht ist. Ihre letzte Hoffnung setzen sie in die menschliche Seele, die sie mit ihren Experimenten erforschen wollen. Als John Murdoch ihren sinistren Plänen auf die Spur kommt, wird er fortan unerbittlich gejagt.
Bereits die Story erfrischt durch ihren intellektuellen Charakter, der die Thematik um die Bedrohung durch außerirdische Wesen auf sehr reizvolle Weise neu definiert. Nicht die totale Vernichtung ist es, die uns Menschen diesmal droht, sondern das ewigwährende Vegetieren als Versuchsobjekt, ständig dem Gutdünken einer fremden Instanz ausgesetzt. Leider ist der Erzählrhythmus etwas zu behäbig gehalten, denn die Antworten auf die zahlreichen Fragen, die sich in der ersten Hälfte des Films regelrecht anhäufen, erhalten leider erst sehr spät Antworten, und dann plötzlich alle auf einen Schlag. Dies halte ich vom Timing her für nicht allzu geschickt, da mit der Zeit die Suspense darunter leidet, wenn man sich bei wirklich essentiellen Verständnisfragen erst bis zum letzten Drittel gedulden muss, um eine Antwort zu erhalten.
Das Konzept des Menschen als Ratte im Käfig sorgt bereits für eine sehr angespannte Grundstimmung, welcher durch die sehr, sehr düstere Bildästhetik nochmals unterstrichen wird. Mir persönlich ist er etwas übertrieben düster, teilweise erkennt man das Set kaum, weil es vom dunklen schleier komplett verhüllt wird. Dies ist jedoch sicher kein Kniff, um einen etwaigen Billig-Look zu verschleiern, denn in den wenigen Momenten, in denen man klare Sicht hat, erkennt man das sehr professionelle Produktionsdesign, was sich auch durch gelungene CGI-Effekte offenbart. Die mangelnde Ausleuchtung der Szenerien verschluckt leider viele Details, daher bleibt beim sehen ein etwas unbefriedigender Beigeschmack. Gothic-Anhänger werden jedoch ihre helle Freude daran haben.
Rufus Sewell erledigt seinen Part als paranoider Titelheld sehr routiniert, verleiht er doch seiner hoffnungslos erscheinenden Suche nach Wahrheit stets die nötige Intensität. Geradezu spürbar sind seine Emotionslagen, ein ständiges Wechselbad aus Fragen, Angst, Verwirrung und Frustration. Auch seinem Anfangs noch unbeholfenen Umgang mit seinen telekinetischen Fähigkeiten bringt er glaubhaft rüber. Jennifer Connelly strahlt eine gewisse Sinnlichkeit aus, und auch ihr emotionsbetontes Spiel kann durchweg überzeugen. Über William Hurt muss ich wohl nicht viel sagen: Gewohnt souverän und charmant gibt er den Sympathieträger der Geschichte ab. Kiefer Sutherland rundet das Ensemble ab durch sein virtuoses Spiel um Dr. Schreber, die Marionette der Fremden, die versucht, ihre Fäden durchzuschneiden.
Fazit: Ein sehr bizarrer und intellektueller Film, der durch seine stilistische Brillanz und seine gelungene technische Realisierung überzeugt. Das gute Spiel der Darsteller tut sein Übriges, um den Zuschauer an der Stange zu halten, bis das Geheimnis der düsteren Stadt enthüllt ist. Wohlgemerkt: Dies ist kein Film für jedermann. Zwar sind einige temporeiche Actionszenen enthalten, wer jedoch auf einfache Kurzweil aus ist, sollte sich lieber woanders umsehen. Dies ist wohl auch einer der Gründe, warum der Film heute eher ein Nischendasein fristen muss: Es ist eben ein Sci-Fi für nachdenklichere Naturen.