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Schon lange vor „Matrix“ hatte Regisseur Alex Proyas die Idee, die uns bekannte Welt nur als Schein einer wirklichen, dahinter liegenden Realität darzustellen, in der die Menschen nichts weiter sind, als Versuchskaninchen. Nur ein Auserwählter hat die Macht, die Verhältnisse zu ändern. Doch zuerst zur Handlung:

John Murdoch wacht mitten in der Nacht in einer Badewanne eines Apartments auf und kann sich an gar nichts mehr erinnern. Weder weiß er, wer er ist, noch, warum er in einer Badewanne liegt. Zu seinem Entsetzen stellt er fest, daß sich die Leiche einer jungen Prostituierten ebenfalls in dem Apartment befindet und er offensichtlich bei der Polizei als Hauptverdächtiger gehandelt wird. Außerdem sind da noch seltsame, kahlköpfige Männer, die ein beunruhigendes Interesse an ihm zu haben scheinen. Auf seiner Flucht findet er nach und nach Fragmente der erschütternden Wahrheit heraus. Die Welt scheint nicht das zu sein, was sie vorgibt. Jedoch entdeckt Murdoch an sich verborgene Fähigkeiten, die es ermöglichen könnten, wieder Normalität einkehren zu lassen...

Mehr sollte an dieser Stelle nicht verraten werden, da dem Film so ein Stück Spannung verloren ginge. „Dark City“ wartet mit einer Unmenge interessanter Wendungen in der Handlung auf, die nicht vorhersehbar sind, jedoch fast immer schlüssig erscheinen.

Schon in „The Crow“ hat Alex Proyas bewiesen, daß er sich in einem außergewöhnlichem Maße darauf versteht, eine düstere, beklemmende Atmosphäre aufzubauen. So profitiert auch „Dark City“ von dichten, absolut düsteren Bildern, die dem Film eine sehr hohe Eigenständigkeit und Faszination verleihen. Allein die Tatsache, daß der Film fast immer während der Nacht spielt, nimmt die Wirkung der Bilder schon vorweg.

Die Musik ist ebenfalls zu einem großen Teil für die düstere Atmosphäre verantwortlich. Der Soundtrack von Trevor Jones erinnert häufiger an die geniale musikalische Untermalung von Tim Burtons „Batman“ – Filmen durch Danny Elfman.

Die Schauspieler sind gut, wenn auch nicht überragend. In der Rolle des John Murdoch ist Rufus Sewell zu sehen, der zwar solide Arbeit leistet, jedoch nicht durch außergewöhnliche Leistung auffällt.
William Hurt spielt den leitenden Inspektor Frank Bumstead. Auch er liefert gute Arbeit, ohne große Höhen und Tiefen.
Wirklich gut ist die Darstellung des Dr. Daniel Schreber durch Kiefer Sutherland, der den leicht wirren Charakter seiner Filmfigur perfekt ausdrückt.

Auffällig erscheint, daß der Film in vielen Szenen wie eingangs erwähnt an „Matrix“ erinnert. Sowohl die vorgetäuschte Scheinwelt, als auch die Fähigkeiten von Murdoch und dessen Rolle als auserwählter Retter der Menschheit wurden von den Brüdern Wachowski ziemlich genau übernommen. Zwar unterscheiden sich die beiden Filme letztendlich in ihrer Auflösung voneinander, jedoch wird klar, daß u.a. „Dark City“ als Vorbild für den Überhit herhalten mußte. Auch die Atmosphäre und die bis ins kleinste Detail durchkomponierten Bilder erinnern an „Matrix“, ebenso wie Murdochs Flucht über die Dächer der Stadt, der mehr als offensichtliche Parallelen zu Trinities anfänglicher Jagd mit den Agenten aufweist.

Wer „The Crow“ mochte, dem könnte „Dark City“ durchaus gefallen, auch wenn er nicht ganz an den Erstgenannten heranreicht. Dennoch sorgt der Film für spannende, intelligente Unterhaltung.
8/10 Punkte

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