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Das ist ein stylisher und harter neuer Vertreter des chinesischen Magie-Horrors, gepaart mit der trübsinnigen Finsternis eines Serienmörderthrillers wie SIEBEN. Da ist kein Platz mehr für Abschwächung durch Humor. Überraschend ist auch das völlige Fehlen von Mönchen mit ihren positiven Beschwörungsritualen. Die Ekelszenen sind geprägt vom pathologischen Realismus einer zeitgenössischen C.S.I.-Serie. Nur gelegentlich sind die Trickeffekte dann doch noch asiatisch-befremdlich und leicht trashig wie in den wilden 80ern, etwa wenn ein Geisterkopf durch den Raum schwebt, und eventuell auch mal zu offensichtlich mittels CGI hergestellt. Nadeln in Puppen wie beim Voodoo - das ist auch eine für uns verständliche schwarze Magie. Leider bleibt die Spannung manchmal auf der Strecke und die verfluchte Frau ist gar zu schrullig und wehleidig.
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Gong Tau überzeugt weder bei der Storyline, noch beim Spannungskonzept und schon gar nicht bei der Darstellerwahl. Die deutsche Synchro geht haarscharf am platten Overacting vorbei. Was hätte aus der Geschichte werden können? Richtig - ein Knaller! Ist es aber nicht geworden - leider! Einige Goreeffekte sind recht krass anzusehen und auch die sonstigen Spezialeffekte sind bis auf ein, zwei Ausnahmen annehmbar widerlich. Einige offensichtliche Computereffekte hätten nicht sein müssen - aber was soll's? Fazit: Ich hatte mich auf einen Asia-Schocker gefreut und bekam ein halbherziges Thrillerteil mit spannender Voodoo-Geschichte und einer leidlich reizvollen Hintergrundstory geliefert. Keine Zeitverschwendung - aber auch keine filmische Offenbarung. Wer bei der Inszenierungsweise einige Abstriche verkraften kann, wird für 90 Minuten gut bedient. Zuschauer, die bei Filmen dieser Art die Nase rümpfen, sollten eh einen großen Bogen um das Movie machen.