Review

Es ist gar nicht mal so abwegig, Vampirhorror mit den kruden Methoden der Nazis im dritten Reich zu verknüpfen, ähnliche Exploitation-Filme gab es ja bereits in den 60ern und 70ern.
Hier wagt man sogar den Schritt in Richtung Trash-Komödie, was das Publikum gewiss derbe spalten dürfte, denn die einen werden die Story als platt und infantil empfinden, während sich die anderen über frisches, zuweilen auch freches Material freuen können.

Im Zentrum der Geschichte die anno 1942 angesiedelt ist, steht Okkult-Experte Blazkowicz, der vom amerikanischen Geheimdienst den Auftrag erhält, sich auf Schloss Kottlitz in den Alpen ins Nazi-Quartier einzuschleusen, um die Entwicklung einer Geheimwaffe auszuspionieren. Prompt begegnen ihm einige Nazi-Vampire, bis seine Tarnung auffliegt…

Obgleich die Story noch etwas gezielter mit den Klischees hätte spielen können („ ...wer Jude ist, entscheide ich…“), rückt sie einen sympathischen Tollpatsch in den Mittelpunkt, der bereits während seiner ersten Minuten, in Gegenwart seines Vorgesetzten und eines Adjutanten in Form von Oliver Kalkofe in jedes mögliche Fettnäpfchen tritt und mit einem Zaubertrick die halbe Büroeinrichtung zerlegt.
Ganz so turbulent geht es im Verlauf jedoch nicht zu, zwar herrscht auf dem Schloss genügend Bewegung, doch die finale Dialoglast geht ein wenig auf Kosten mangelnder Humoreinlagen.

Innerhalb dieser treten zwar ein wenig zu häufig Verdauungsgeräusche in den Vordergrund, doch die schillernden Figuren können durch ihr Zusammenspiel einiges wettmachen.
So tapert Held Blazkowicz zunächst ein wenig unbeholfen, mit Hitler-Bärtchen und unsicheren Gruß durch die Gegend, weiß sich jedoch mit gekreuzten Würstchen gegen einige Vampire zu behaupten und gibt sich auch als Gefangener des Obergruppenführers, der sich mittlerweile in eine Art Obervampir verwandelt hat, zu keiner Zeit geschlagen.
So spielt das Original-Gebiss von Dracula noch eine entscheidende Rolle, eine geschmolzene Goldgrube und ein Totgeglaubter auch und nach 45 Minuten ist man verwundert, dass bereits der Abspann mit Knorkator´s „Böse“ läuft.

Wenn auch die Humorschiene und die etwas abstruse Story nicht jedermanns Sache sind, so lässt sich doch eine sehr sauber durchgeführte Inszenierung nicht von der Hand weisen.
Die Darsteller agieren durch die Bank souverän, der Score klingt voluminös und die Ausstattung ist gar detailverliebt und sorgfältig ausgefallen. Besonders die Kostüme und die Ansicht der Burg zu Burghausen wurden effektiv ins „rechte“ Licht gerückt.
Überhaupt erinnert die Farbgebung stellenweise stark an klassische Exploitation Beiträge, was recht stimmungsvoll von Regisseur Lasse Nolte und seinem Team arrangiert wurde.

So bleibt am Ende eine Dreiviertelstunde zum Schmunzeln, die zwar keine größeren Lacher vorweisen kann, jedoch eine bizarre und zugleich altmodisch-charmante Stimmung verbreitet.
Einer gewissen trashigen Note sollte man jedoch nicht abgeneigt sein, das impliziert ja bereits der Titel, ansonsten werden geneigten Fans genügend Anreize geboten, sich diesen deutschen Beitrag einmal anzusehen, von dem sich manche Jung-Filmer in Sachen Produktion mit geringem Budget eine Menge abschneiden können.
7 von 10

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