Das gute, alte Monsterkino ist heute auch so gut wie ausgestorben, ausser ein paar B-Movies, mit wirklich miesen Tricks. Also muss man auf ältere Filme zurückgreifen. Wir hatten Spinnen, Fischmenschen, Krokodile, Ameisen, u.a., doch in Punkto Schlangen konnte bis jetzt nur " Anaconda " gefallen. Natürlich gibt es dazu ein Sequel, welches ich aber bestimmt nicht weiterempfehle. Regie übernahm Luis Llosa, welcher schon 1993 den Actioner " Sniper " mit Tom Berenger inszenierte. Und der zeigt hier eine beachtliche Leistung, denn das Drehbuch ist ziemlich schwach. Aber der Film wurde ein Erfolg in den deutschen Kinos und spielte die eher geringen Produktionskosten locker wieder ein. Viele betrachten " Anaconda " als totalen Blödsinn, wobei das Wort Trash es schon besser trifft. Aber der Film macht Spass, dass ist die Hauptsache, wer hochwertig unterhalten werden will, ist allgemein in diesem Genre völlig fehl am Platz.
Story:
Eine kleine Gruppe von Tierfilmern fährt den Amazonas entlang um einen seltenen Indianerstamm zu finden. Unterwegs lesen sie den unsympatischen Tierjäger Paul Sarone ( Jon Voight ) auf. Dieser ist auf der Suche nach einer Riesenanaconda, um sie zu fangen und eine Million Dollar zu verdienen. Dafür führt er die kleine Gruppe ( Jennifer Lopez, Ice Cube, Eric Stoltz, Owen Wilson, Kari Wuhrer ) auf einen Nebenfluss. Hier will er, mit der Gruppe als Köder, der Anaconda auflauern. Die lässt sich bald blicken und dezimiert die Gruppe, bis nur noch Kameramann Danny und die hübsche Terri dem Vieh gegenüberstehen. Desweiteren müssen sie sich noch gegen Sarone behaupten.
Hier bedient man sich ganz an dem Rezept alter Monsterfilme. Gleich am Anfang wird ein Bootsbesitzer ( Danny Trejo ) verspeist, wobei man die Riesenschlange noch nicht zu Gesicht kriegt. Man hebt sich das für die zweite Hälfte auf, sonst wäre nämlich die Spannung gleich dahin. Sonderlich viel gibt es in " Anaconda " davon nicht, exklusive einiger guter Momente. Schocks bleiben ganz aus, aber löblich zu sehen, dass auch Längen hier keine Chance haben. Es passiert ständig etwas, die lahmen Dialoge sind mit Humor gespickt, was auch Not tut, denn Ernst nehmen kann man den Film keinesfalls.
Man sieht auch sofort, dass sich Llosa mit der Dschungelkulisse gut auskennt, denn er präsentiert tolle Bilder, schafft es aber auch der Kulisse ihre bedrohlichen Seiten abzugewinnen, um die Spannung zumindest auf ein passables Niveau zu heben.
Ab der Mitte des Films holt sich auch dann die Schlange erste Opfer. An den Schlangeneffekten scheiden sich die Geister. Oft wird das CGI sehr gut eingesetzt, aber bei einigen Nahaufnahmen sieht man das Plastik deutlich, fehlt nur noch dass " Made in Taiwan " auf der Zunge steht. Aber größtenteils schafft man es die Schlange in ein gutes Licht zu stellen, ärgerlicher sind da eher kurze Szenen, wie der nach oben fließende Wasserfall. An der Action gibt es nichts auszusetzen. Einige Hetzjagden, kleine Auseinandersetzungen und das explosive Finale runden die ganze Sache ab. Die meisten Opfer der Anaconda dürfen auch in Nahaufnahme verspeist werden, aber Llosa übertreibt es nicht mit den F/X, man hätte durchaus noch expliziter werden dürfen, selbst für eine FSK 16 Freigabe.
Die prominente Besetzung ist eine echte Überraschung für so einen Film. Am besten gefällt mir Jon Voight als Sarone. Herrlich fies, die Arschlochrolle steht ihm bestens. Jennifer Lopez ist zwar meistens knapp bekleidet, doch das Schauspielern muss sie noch üben. Ice Cube als Danny macht einen guten Job, ebenso Kari Wuhrer, oder Owen Wilson. Eric Stoltz agiert wei unter seinen Möglichkeiten. Immer gerne von mir gesehen, ist Danny Trejo in einer Minirolle.
Fazit:
Die Story ist schlapp, die Dialoge flach, aber der humorvolle Unterton funktioniert. Spannend ist das Ganze nur mäßig, aber es gibt auch gruselige Momente. Die Action ist handwerklich ordentlich, zeitweise sogar krachig, die Monstereffekte stimmen auch größtenteils. Die Dschungelkulisse ist gekonnt umgesetzt, der Score eine gute Untermalung. Die Prominenz schlägt sich recht wacker. " Anaconda " ist kein Musterbeispiel für einen derartigen Horrorfilm, unterhält aber ungemein gut und macht Laune, daher knappe 7 Punkte von mir.