Ein Filmteam unter der Leitung von Terri Flores will im brasilianischen Regenwald einen bisher unentdeckten Indianerstamm finden und filmen. Hierzu fahren Sie den Amazonas hinauf. Das Boot des Schlangenfängers Paul Sarone ist festgelaufen, so dass er mit an Bord genommen wird. Der mysteriöse Paul lebt seit Jahren am Amazonas. Er behauptet zu wissen, wo der gesuchte Indianerstamm lebt. Als sich ein Unfall ereignet, rettet er Dr. Cale mit einem Luftröhrenschnitt das Leben, doch Dr. Cale muss schnellstens in ein Krankenhaus. Hierzu schlägt Paul eine gefährliche Abkürzung vor. Doch sein Interesse liegt nicht an der Rettung des Verletzten, er will eine riesige Anaconda fangen, die ihm lebend eine Million Dollar einbringt. Schon bald treffen sie die Riesenschlange. Hier zeigt Paul sein wahres Gesicht, mit Waffengewalt "überredet" er die anderen, ihm bei der Jagd zu halfen. Es kommt zum großen Kampf gegen die Anaconda und gegen Paul.
Eigentlich weiß ich gar nicht so genau, warum so viele Reviewer den Film so schlecht bewerten, als wäre ein Werk von Uwe Boll. Gut die Story ist absolut simpel gestrickt, aber immerhin bewegen wir uns im Genre des Tierhorrors, da brauch ich doch kein oscarreifes Script, sondern hauptsächlich ein oder mehere Riesenviecher die ordentlich Remmidemmi veranstalten und das kann Anaconda letztendlich auch bieten. Der Film geht zudem ohne viel Vorlauf in die Geschichte rein und so bekommt man das was das Cover auch verspricht. 90 Minuten Action pur mit einem Haufen überdimensionierter Regenwürmer als Beigabe.
Von der handwerlichen Seite wird ebenfalls solide gewerkelt. Randy Edelman schafft einen guten Score, mal orchestral, mal sphärig und die Kamera bringt nette Regenwaldaufnahmen mit teilweise luftigen Kamerafahrten durch den bedrohlichen Dschungel. Zwar gestaltet sich der Ablauf relativ vorhersehbar. Bis auf unsere Dokufilmertruppe dürfte wohl jeder Zuschauer bei einem Blick in Jon Voights Augen auf der Stelle gemerkt haben, das dieser Schiffbrüchige nicht ganz astrein und etwa so vertrauenerweckend wie ein 30 Euro Schein ist und einen Haufen Ärger verursachen wird, aber es wird insgesamt auf ein spannendes Gleichgewicht der Kräfte gesetzt, jeder der Beteiligten darf mal die entscheidende Hand am Abzug haben.
Zudem dürfte Anaconda wohl derjenige Vertreter des Big Budget Monsterfilmes auf B-Ebene sein, der den bestbesetztesten Cast aller Zeiten hat. Bekannte Gesichter wie Voight, Trejo Stoltz, egänzt durch damalige Nachwuchshoffnungen wie Wilson, Wuhrer, Ice Cube und Lopez sorgen für ein Klassentreffen bekannter Nasen. Wer es sich leisten kann einen Danny Trejo mal eben in der Prologsequenz zu entsorgen, kann sich locker auf den rest der Crew verlassen. Die Krönung allerdings ist Jon Voight in seiner Rolle des durchgeknallten Schlangenjägers mit herrlich bösen aber stets nuancierten Spiel, wußte gar nicht das der sowas drauf hat. Hätte man jetzt noch die J-Lo weggelassen wärs aber noch besser geworden, aber selbst der singende Hintern ist ja im Laufe der Jahre auch schuspieltechnisch besser geworden. 1997 war sie aber noch maximal im Lehrlingsstadium.
Im Wesentlich paßt eigentlich hier alles zusammen. Spannung ok, Charaktere sind akzeptabel, die Action stimmt, nur die Schlange hätte noch etwas detaillierter animiert werden können. Für mich sind das unterhaltsame
7/10